Coronazelt vor dem Uniklinikum Salzburg

© APA - Austria Presse Agentur

Wissen Gesundheit
03/20/2020

Kurve in Österreich steigt weiter, aber langsamer

Wie sich die Verordnungen der Regierung auswirken, zeigt sich in drei bis vier Tagen.

Eine Woche ist es her, dass strenge Maßnahmen wie Bewegungseinschränkungen in Kraft traten. Ziel des „Social Distancing“: die Verbreitung des Erregers zu verzögern, damit die Kapazitäten in den Krankenhäusern so lange wie möglich sicher gestellt sind.

Von einer Entwarnung könne man nach einer Woche Ausnahmezustand „nicht einmal annähernd“ sprechen, sagt John Haas, der an der FH Wieselburg Data Science und Zukunftsforschung unterrichtet und auf Basis der Daten aus dem Gesundheitsministerium täglich einen Covid-19-Monitor für Österreich erstellt. Generell ließe sich erst nach ca. neun Tagen, also Mitte kommender Woche, feststellen, wie sich die verordneten Maßnahmen auf die Verlaufskurve auswirken, „alles andere wäre unseriös“.

Was sich sagen lässt: Die Zahl der Neuerkrankungen steigt auch in Österreich weiter an, am Donnerstag meldete das Ministerium 375 neue Infektionen. Laut WHO haben sich die ersten 100.000 Fälle weltweit innerhalb von zwölf Tagen verdoppelt.

 

Wachstumsrate sinkt

Es gibt auch gute Nachrichten: „Seit drei Tagen zeigt sich ein Abflachen der Wachstumsrate der Neuinfektionen“, sagt Haas und führt diesen Effekt auf das gesteigerte Bewusstsein in der Bevölkerung schon vor dem „Lockdown“ zurück. Der europäische Schnitt liegt bei 33 Prozent, in Österreich stiegen die Fälle zuletzt innerhalb eines Tages um 22 Prozent. Auch die „Doubling Time“ hat sich verlängert: Vor einer Woche verdoppelte sich die Zahl alle 1,9 Tage, jetzt laut Haas' Modell „nur“ noch alle drei bis vier.

Diese Trends werden sich aufgrund des Kontaktverbots weiter entwickeln – was keinesfalls bedeutet, dass die Maßnahmen entschärft werden dürfen, so Haas: „Allgemein betrachtet befinden wir uns immer noch in der Phase des ungebremsten exponentiellen Wachstums."

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