Weihnachten in großer Runde mit Oma und Opa: In der Woche davor könnte man seine Sozialkontakte freiwillig reduzieren, schlägt Virologe Drosten vor.

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Wissen Gesundheit
10/07/2020

Weihnachten mit freiwilliger "Vorquarantäne" oder mit Tests?

Freiwillige Reduktion der Sozialkontakte vor dem Familienfest kann das Ansteckungsrisiko deutlich senken, sagt der Virologe Christian Drosten.

von Ernst Mauritz

Ein großes Familientreffen mit Großeltern zu Weihnachten – wie geht das ohne Corona-Risiko? Der deutsche Virologe Christian Drosten hat in einem Interview mit Zeit Online das „Prinzip der Vorquarantäne“ aufgebracht: „Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden.“ Wobei er selbst schreibt, dass das nicht immer so einfach umzusetzen ist, etwa bei Schulkindern.

Der von Drosten erwähnte Zeitraum von einer Woche für eine freiwillige Kontaktreduktion lässt sich auf die mittlere Dauer der Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Symptombeginn) zurückführen – laut Robert-Koch-Institut beträgt sie fünf bis sechs Tage. Dass man länger als sieben Tage nach einem Kontakt mit einem Infizierten noch Symptome bekommt, ist zwar möglich (die Inkubationszeit kann bis zu 14 Tage betragen), aber nicht die Regel.

Eine weitere Möglichkeit der Risikoreduktion wären Tests: Macht man privat in einem Labor am 22. 12. einen PCR-Test (per Abstrich oder Gurgeln), sollte am 23. 12. das Ergebnis vorliegen, sagt Gregor Hörmann, Österreichische Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin. „Ist der Test negativ, ist das Risiko relativ gering, dass man in den kommenden 48 Stunden infektiös wird.“ Deshalb werde ja auch bei der Einreise in viele Staaten ein maximal 48 Stunden alter PCR-Test verlangt: „Das ist ein praktikables, realistisches Zeitfenster mit einer gewissen Sicherheit.“

Einfacher wäre ein Antigentest, dessen Ergebnis nach rund 15 Minuten verfügbar ist: „Abstrichproben mit einer hohen Viruslast werden von ihnen gut erkannt, wie das bei einer geringeren Virusmenge im Rachen ist, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen – aber dazu sollten wir in einigen Wochen mehr wissen.“

Geringere Sensitivität

Die Sensitivität (der Prozentsatz der erkannten kranken Personen) ist in diesen Fällen auf jeden Fall geringer wie bei einer PCR – um wie viel, ist noch offen. Diese Tests müssen von geschultem medizinischen Personal durchgeführt werden, z. B. in Ordinationen (bis Weihnachten sollte es hier mehr Angebot geben): „Es muss ein fachgerechter Nasen-Rachen-Abstrich gemacht werden.“ Sonst könnte es passieren, dass trotz hoher Viruslast das Testergebnis negativ ist – weil die Probe nicht sachgemäß genommen wurde. Das seien also keine Selbsttests für zuhause: "Dafür sind sie auch nicht zugelassen."

„Ein gewisses Restrisiko bleibt immer“, betont Hörmann. „Und ich warne davor, nach einem negativen Test zu glauben, dass man definitiv niemanden anderen anstecken kann. Dem ist nicht so. Deshalb sollte man auch dann auf Hygienemaßnahmen wie den Mindestabstand achten.“

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