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Wissen Gesundheit
02/03/2020

Von Zombies bis Bleichmittel: WHO warnt vor „Infodemie“

Aufklärung: Neben falschen Behauptungen aus Wissensmangel kursieren auch viele bösartige Mythen im Internet.

von Ernst Mauritz, Ingrid Teufl

Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer „Infodemie“ zum Thema Coronavirus: Einer Überflutung mit Informationen, darunter vielen falschen. Da entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass die schnelle Verbreitung von Inhalten im Internet als „viral“ beschrieben wird.

„Man ist – angesichts zahlreicher Fake-News – mit Fakten immer einen Schritt hinten nach“, sagt Gerald Gartlehner, Experte für Evidenzbasierte Medizin an der Donau-Uni Krems. „Die wesentlichsten Hebel dagegen sind Maßnahmen der sozialen Netzwerke selbst.“ Dass etwa bei Google mittlerweile objektive Artikel ganz oben angezeigt werden, sei ein Fortschritt. Auch die WHO bemüht sich mit einer Kampagne um Aufklärung.

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Einige Mythen:

Wird die WHO von China kontrolliert?Die Weltgesundheitsorganisation ist eine Sonderorgansation der Vereinten Nationen mit 194 Mitgliedsstaaten, darunter auch die USA. Zwar lobte der WHO-Präsident China für seinen Umgang mit der Lungenkrankheit – was sehr umstritten ist – durch die Ausrufung des Gesundheitsnotstandes, machte sie aber andererseits auf die Dramatik der Lage aufmerksam.

Wurde das Corona-Virus im Labor gezüchtet und absichtlich oder unabsichtlich verbreitet?

Nein. „Das neue Coronavirus ist sehr komplex“, sagt Virologe Stephan Aberle vom Zentrum für Virologie der MedUni Wien. „Wir wissen aus den bisherigen Analysen, wie die Sequenzen des Virus, die Abfolge der genetischen Bausteine, ausschauen. Das kann man nicht einfach so zusammenbauen.“ Es gebe auch keinerlei Hinweise, dass das Virus aus einem Labor freigesetzt worden wäre. Dafür mehren sich die Hinweise von Fledermäusen als ursprünglichen Wirt.

Sind Bill und Belinda Gates an einer Verbreitung des Virus interessiert, weil sie Patente auf Viren und Impfstoffe haben?

Nein. Der Microsoft-Gründer Gates und seine Frau engagieren sich mit ihrer gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten Stiftung in verschiedenen Bereichen der medizinischen Forschung. Bis dato gibt es noch keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. US-Forscher entwickeln einen gegen das MERS-Coronavirus – aber der ist in einer frühen Phase und es ist unklar, ob er auch gegen das neue Coronavirus wirken würde.Tatsächlich gibt es ein Patent gegen ein anderes Coronavirus, das aber für eine Geflügelimpfung gedacht ist, schreibt die Süddeutsche. Dieses sei aber für den Menschen ungefährlich. Derzeit sind 40 Corona-Viren bekannt, sieben davon für Menschen gefährlich.

Lässt sich die Lungenkrankheit durch Bleichmittel heilen?Im Gegenteil. Wer solche chemischen Mittel trinkt, nimmt massive Gesundheitsschäden in Kauf. Gartlehner berichtet etwa vom gefährlichen Präparat „Miracle Mineral Solution“ (MMS), das derzeit in den USA auch gegen das Coronavirus beworben werde. „Das ist üble Geschäftemacherei zulasten verunsicherter Menschen.“

Tatsächlich gibt es seit Kurzem eine mögliche Behandlungsstrategie: In Bangkok haben Ärzte einen Infizierten mit einem Cocktail aus Influenza- und HIV-Medikamenten behandelt – und dabei eine „große Verbesserung“ erreicht.

Verhalten sich Infizierte wie „lebende Tote“, Zombies?

Das wird in sozialen Medien in Malaysia behauptet – die Regierung geht mit Festnahmen gegen die Verbreitung solcher Falschmeldungen vor: „Diese Behauptungen sind nicht wahr. Erkrankte Patienten können wieder gesund werden.“

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Sie zeigen Symptome wie bei einer Grippe, dazu ist die Lunge betroffen. Und viele erkranken überhaupt nur leicht.

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