Fast jeder Zweite leidet in lichtarmen Monaten an einem Vitamin-D-Mangel. Diesen gilt es im Frühling auszugleichen.

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Wissen Gesundheit
04/11/2020

Vital bleiben: Sonnenvitamin tanken trotz Corona

Wie Vitamin D im Körper wirkt und man trotz Ausgangsbeschränkungen genug davon bekommt.

von Marlene Patsalidis

Munteres Vogelgezwitscher, blühende Natur: Der Frühling hat sich hierzulande eingestellt. Die Freude darüber hält sich wegen der Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen aber bei vielen in Grenzen.

Der geforderte Rückzug trübt nicht nur das Gemüt: Nach den sonnenarmen Wintermonaten wäre nun der beste Zeitpunkt, um den Vitamin-D-Speicher im Körper aufzufüllen. Denn wenn die Winterblässe weicht, wird die Bildung von Vitamin D, einer Gruppe von Substanzen, die größtenteils in der Haut unter Einwirkung von UVB-Licht gebildet werden, angestoßen.

"Aus Studien wissen wir, dass der Vitamin-D-Spiegel beim Großteil der Bevölkerung im April noch ziemlich im Keller ist", sagt Karin Amrein von der Universitätsklinik für Innere Medizin der MedUni Graz. In Kombination mit Kalzium ist Vitamin D wichtig für die Knochen, genauer gesagt für deren Aufbau und Erhalt. Bei der Zahnentwicklung spielt es eine wesentliche Rolle, beim Mineralstoffwechsel und für die Muskelfunktion ebenso.

Fake News

Wissenschaftlich gesichert ist auch, dass Vitamin D Atemwegsinfektionen vorbeugen kann. Wohl deswegen kursieren derzeit Meldungen, ein voller Vitamin-D-Speicher könne Covid-19 vorbeugen. Dafür gibt es laut Amrein aber keine Belege. "Das kann man derzeit noch unmöglich sagen", betont die Endokrinologin. Klar sei aber, dass ein Mangel an Vitamin D zusammen mit einer schweren Erkrankung eine ungünstige Kombination ergibt.

Gewusst wie

"Aktuell ist es glücklicherweise erlaubt, sich draußen die Beine zu vertreten und der Haut Sonne zu gönnen. Vorausgesetzt, man wahrt den Mindestabstand", sagt Amrein. Die Sonne sei noch nicht stark genug, um Schäden an der Haut anzurichten. "Es macht Sinn, sich täglich zwischen 11 und 15 Uhr für etwa zwanzig Minuten ein Sonnenplätzchen zu suchen. Draußen, vor dem geöffneten Fenster oder am Balkon. Ohne Sonnencreme aufzutragen. Denn das hemmt die Bildung."

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei der täglichen Zufuhr für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 65 Jahren 20 Mikrogramm, das entspricht 800 Einheiten. Bei Menschen mit hohem Risiko für einen Mangel (ältere oder adipöse Menschen, sowie Menschen, die eine schwere Operation hinter sich haben) oder Patienten mit Begleiterkrankungen (Morbus Crohn, Zöliakie, etc.) liegen die oberen Tagesgrenzen höher: bei 4.000 bis maximal 10.000 Einheiten.

Mangel abfedern

Ein Mangel wird per Bluttest bestimmt. Den gelte es laut Amrein auf nach der Krise zu verschieben. Auch über die Nahrung nimmt der Durchschnittsösterreicher rund 100 Einheiten Vitamin D pro Tag zu sich. Als Vitamin-D-reiche Lebensmittel gelten Eier, Avocados und fette Fische wie Hering, Makrele oder Wildlachs.

Alternativ steht das Sonnenlicht aus der Flasche zur Verfügung: Mit Vitamin-D-Tropfen oder Tabletten lässt sich der Vitamin-D-Haushalt recht einfach aufbessern. Amrein: "Wegen der Ausgangsbeschränkungen, die noch eine Weile andauern könnten, würde ich jetzt durchaus empfehlen, auf solche Produkte zurückzugreifen. Und in der derzeitigen Lage täglich zusätzlich an die 2.000 Einheiten zuführen, um einen Mangel abzufangen."

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