Heidelbeerernte in Niedersachsen beginnt

Wer Heidelbeeren pflücken will, sollte sich im Spätsommer auf den Weg in die Berge machen.

© APA/dpa/Sebastian Gollnow / Sebastian Gollnow

freizeit Essen & Trinken
03/20/2020

Das Gute ist so nah: Welche heimischen Superfoods uns jetzt Kraft geben

Superfoods halten uns fit und stärken unser Immunsystem – sie müssen aber nicht exotisch sein. Wir haben die besten Alternativen.

von Marlene Patsalidis

Chia bis Quinoa, Avocado bis Acai: Mit ihren klingenden Namen locken exotische Superfoods heimische Konsumenten bereits seit Jahren. Kein Wunder: Immerhin wird den diversen Früchten, Beeren und Samen nachgesagt, eine wahre Wunderwirkung auf die Gesundheit zu haben. Dass regionale Alleskönner mit den weit gereisten Produkten aber allemal mithalten können, zeigt ein vierköpfiges Autoren-Team um die deutsche Umweltmanagerin Stefanie Schäfter.

In ihrem neuen Buch "Super Local Food" kann man nachlesen, dass viele Sorten, die in unseren Breiten gut gedeihen, den Importen in puncto Vitamingehalt, Nährwert und Geschmack in nichts nachstehen. Und die nachhaltigere Wahl sind.

Denn die als gesunden Powerpakete gepriesenen Produkte aus fernen Ländern haben ihren Preis: "Lange Transportwege, Pestizideinsatz, hoher Wasserverbrauch in den meist ohnehin trockenen Anbaugebieten sind nur einige der negativen ökologischen Auswirkungen", erklärt Stefanie Schäfter im KURIER-Interview.

Bekannter Beeren-Star

Das alles lässt sich vermeiden. "Hier bei uns in Europa wachsen etliche Nahrungsmittel, die unheimlich gesund sind. Wir sind was Superfoods betrifft alles andere als schlecht versorgt", sagt die Expertin.

Eine Alternative zu den tiefblauen Acai-Beeren der brasilianischen Kohlpalme sind beispielsweise Heidelbeeren. Das heimische Beerenobst ist ebenso reich an Antioxidantien, die erwiesenermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle und Verengungen der Herzkranzgefäße verringern können – und Acai-Beeren ihren Ruhm verschafften. Auch Magnesium findet sich in Heidelbeeren reichlich. Kirschen, rote Weintrauben, Brombeeren und Holunderbeeren taugen ebenfalls als Acai-Ersatz.

Superfood, Instagram-Star und Profitgarant: Der Hype um Avocados reißt nicht ab. Was die wenigsten wissen: Die Butterfrucht, die nur in sehr warmen Ländern wie Brasilien, Chile, Spanien, Südafrika und Peru wächst, lässt sich hervorragend durch Leinsamen austauschen: "Leinsamen liefern ebenfalls gesunde Omega-3-Fettsäuren, die das Herz fit halten. Und sie sind zudem reich an Ballaststoffen, die eine verdauungsfördernde Wirkung haben." Darüber hinaus finden sich Schleimstoffe in den Samen. Sie bilden eine schützende Schicht im Magen und sorgen dafür, dass Krankheitserreger leichter durch den Darm abtransportiert werden können. Walnüsse sind ebenso reich an ungesättigten Fettsäuren, die im Körper auch Entzündungen entgegenwirken können. "Wer auf die ganz klassische grüne Avocado-Farbe am Frühstücksbrot nicht verzichten mag, kann auf ein mit Zitrone, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer verfeinertes Erbsenpüree zurückgreifen", rät Schächter.

Quinoa, ein sogenanntes Pseudogetreide, das ursprünglich in den Hochebenen der Anden heimisch war und nun hauptsächlich in Südamerika angebaut wird, erfreut sich seit geraumer Zeit wegen ihres hohen Eiweißgehalts und ihrer Glutenfreiheit wachsender Beliebtheit. "Allerdings gibt es auch in Europa genügend glutenfreie Getreidesorten, zum Beispiel Buchweizen oder Hirse", sagt Schäfter. Mit ihrem zwölfprozentigen Eiweißanteil kann Hirse das ebenso proteinreiche Quinoa locker ersetzen. Das vielseitige Getreide liefert zwar etwas weniger Magnesium und nur halb so viel Eisen: "Mit regionalem und saisonalem Gemüse kombiniert, kann man das in einer ausgewogenen Ernährung aber ganz einfach ausgleichen", sagt Stefanie. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sie aus biologischem Anbau stammt.

Ob im Smoothie, Salat oder in aufgequollener Form als Pudding: Chia ist als Superfood ebenfalls buchstäblich in aller Munde. Die Samen von Hanf, Sesam und Mohn wachsen in unseren Breiten und sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eine gute Alternative.

Werbeschmäh

Problematisch sind nicht nur die schädlichen Umwelteffekte exotischer Superfoods. Auch an ihrer Vermarktung gibt es Kritik: "Das Wort Superfood ist ein Marketing-Begriff, der suggeriert, dass bestimmte Lebensmittel besonders super sind und unbedingt auf dem Speiseplan stehen sollten. Dabei gilt zu bedenken, dass eine gesunde Ernährung vor allem vielseitig sein sollte. Dem Label 'Superfood' sollte man nicht blind vertrauen."

Hippe Milchalternativen wie Mandeldrinks verkaufen sich hervorragend, sind aber leider selten so gut wie ihr Ruf. Die Hauptanbaugebiete für Mandelbäume liegen in den trockensten Regionen der Erde, etwa in Kalifornien. Bis zur Reife braucht eine einzige Mandel rund neun Liter Wasser. Der hohe Wasserverbrauch verschärft das Dürreproblem.

Auch der Hype um Quinoa, eine Pflanzenart, die hauptsächlich in Ecuador, Peru, Chile oder Bolivien angebaut wird, hat ungünstige Effekte: Der Boom des glutenfreien Pseudogetreides hat dazu geführt, dass Kleinbauern in Südamerika von großen Plantagen verdrängt wurden – weil die Nachfrage riesig und das Geschäft lukrativ ist.

They're high in the healthy kind of fats

Der globale Appetit auf Avocados hat verheerende Folgen: Im weltgrößten Anbauland Mexiko müssen jährlich bis zu 4.000 Hektar Wald gerodet werden. Bei der in Europa beliebten Butterfrucht ist auch die Bewässerung im Anbau ein Problem: Um ein Kilo Avocados zu ernten, benötigt man je nach Region bis zu 1.000 Liter Wasser.

Vorbereitung: 2 Stunden
Zubereitung: 45 min
Portionen: 4

TEIG

250 g Buchweizenmehl
500 ml kaltes Wasser
40 g geschmolzene Butter
2 Eier
75 g junger Blattspinat
75 g Heidelbeeren
Salz

ZUBEREITUNG

Mehl, Eier, Salz vermengen, Wasser langsam beigeben, dann Butter. 2 Stunden quellen lassen. Später Spinat und Heidelbeeren zufügen

Halben Schöpfer Teig in geölte heiße Pfanne geben, 3 Minuten  anbraten, zweite Seite 1 Minute
Topping: Ziegenkäse, frische Kräuter & Olivenöl

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