Coronavirus

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Wissen Gesundheit
07/07/2020

Übertragungswege des Coronavirus: Was ist gefährlich, was nicht?

Große Tröpfchen und kleine Partikel, die lange in der Luft bleiben können, gelten als gefährlichste Infektionsquellen.

von Ernst Mauritz

Kleinste Teilchen – Tröpfchenkerne aus Flüssigkeit und Viruspartikel, sogenannte Aerosole – spielen offenbar auch bei den Infektionen in Schlachthöfen eine Rolle. Auf die Bedeutung dieses Übertragungsweges wollen diese Woche auch 239 Experten in einem offenen Brief an die Weltgesundheitsorganisation WHO aufmerksam machen, berichteten New York Times und Guardian. Darin rufen sie auf, diesem Infektionsrisiko mehr Beachtung zu schenken, es wäre bisher unterschätzt geblieben. Die (weiteren) Übertragungswege im Überblick:

Tröpfcheninfektion „Die Infektion von nahe beinander stehenden Menschen über Tröpfchen ist nach wie vor der Risikofaktor Nummer eins für eine Übertragung“, sagt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, MedUni Wien. Besonders viele Tröpfchen entstehen beim Husten und Niesen. Generell ist die Wahrscheinlichkeit, mit solchen Tröpfchen einer anderen Person in Kontakt zu kommen, im Umkreis von ein bis zwei Metern erhöht – „deshalb ist es weiterhin wichtig, Abstand zu halten.“ Größere Tröpfchen sinken aber relativ schnell zu Boden.

Die kleinen Partikel „Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosole) ausgestoßen“, heißt es beim Robert-Koch-Institut: „Diese Aerosole können – auch über längere Zeit – in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.“ Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen – besonders, wenn jemand sehr viele kleine Partikel ausstößt.

Schmierinfektion Sogenannte „Kontaktübertragungen“ durch kontaminierte Oberflächen sind nicht auszuschließen. „Aber dieser Übertragungsweg ist nachrangig“, betont Hutter. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist eine Infektion auch nur in einem gewissen Zeitraum nach der Kontamination eines Gegenstandes wahrscheinlich – Experten gehen von einigen Stunden bis maximal zwei, drei Tagen aus. Allerdings handelte es sich dabei immer um Labortests. Belegte Infektionen über diesen Weg gibt es nicht.

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Lebensmittel „Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben“, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Die AGES (Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit) präzisiert: „Von Fleisch, Wurst, Eiern, Obst, Gemüse, Wasser usw. geht keine Gefahr durch das neuartige Coronavirus aus.“ Das gilt auch für Badegewässer. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt.

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Temperatureinfluss Wenn es kälter wird, wird das Virus besser übertragen: US-Wissenschafter haben im Labor SARS-CoV-2-Viren mit Nasen- und Rachen-Sekret vermischt und einerseits in verschlossenen Röhrchen, andererseits auf trockenen Oberflächen gelagert – und zwar jeweils bei 27, bei 21 und bei vier Grad Celsius. Fazit: Bei vier Grad waren infektiöse Viren am längsten nachzuweisen. Umweltmediziner Hutter: „In Schlachthöfen kommt oft noch hinzu, dass es dort laut ist, man also laut sprechen muss – was das Übertragungsrisiko weiter erhöht.“

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