Wissen | Gesundheit
24.03.2018

RunNa: Take the time to make some sense

Übers Anfixen und Anstoßen, damit verbundene Dankbarkeit und dem Bemühen nach dem Sinn dahinter.

„Du hast mich angefixt.“ Ich sitze einer Kollegin gegenüber und schaue sie mit großen Augen an. „Ich habe was?“ „Na du hast mich angefixt. Ich will jetzt wieder mehr laufen.“ Bis zu diesem Gespräch kannten wir uns gar nicht. Also nicht persönlich. Wie es eben großen Unternehmen ist: Man läuft sich öfter mal über den Weg, kann vielleicht auch noch den richtigen Namen zum Gesicht zuordnen, hat man jedoch nicht unmittelbar im Alltag – ich als Schreiberling, sie im Marketing – miteinander zu tun, war’s das dann auch schon.

Marketing ist auch das Stichwort warum wir uns schließlich doch persönlich kennengelernt haben. Denn konkret ging es um das KURIER-Frauenlauf Gespräch am kommenden Dienstag. Meinen Blog würde sie regelmäßig verfolgen. Und nun, im Zuge der Kooperation mit dem ASICS Österreichischen Frauenlauf habe sie entdeckt, dass ich bei der 10k Challenge am Start bin. „Wow! Ich wusste gar nicht, dass du da dabei bist“, sagt sie. So beginnen wir zu plaudern. Über das, was uns beide verbindet. Nein, ich rede nicht vom selben Arbeitgeber. Sondern schlicht und einfach vom Laufen. Konkreter: Vom Spaß am Laufen. Nach einer sogenannten „Ich habe es schleifen lassen“-Zeit wolle sie es jetzt wieder angehen. Der Frauenlauf sei  Jahr für Jahr ihr Fixpunkt. Auch wenn sie das ganze Jahr wenig bis gar nicht zum Laufen kommt, dieser Termin sei Pflicht. Gemeinsam mit ihrer Tochter sei sie immer dabei. Ihre Geschichte erinnert mich an meine. Der Frauenlauf hat mich überhaupt erst zum Laufen gebracht und mich so meine Leidenschaft entdecken lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

1 slide, created on 24/Mär/2018 - 09:02:48

1/1

Angefixt Teil 2

„Ich wusste ja gar nicht, dass du einen eigenen Laufblog hast. Wow!“ So lautete eine WhatsApp Nachricht einer Freundin irgendwann gegen Ende des Jahres. Seit sie von Wien wieder zurück in ihre Heimat ins Ländle, also nach Vorarlberg, gezogen ist, haben wir nicht mehr so regelmäßigen Kontakt. Zu weit die Entfernung, dass man sich regelmäßig sehen könnte. Dennoch haben wir ihn in all den Jahren nie abreißen lassen. Sie erzählt von ihrer schwierigen Wohnungssuche, den Bergtouren oder schickt Urlaubsfotos. Klar erzähle ich ihr immer wieder mal vom Laufen. Von meinen Marathons, ein bisschen vom Training. Aber hauptsächlich bereden wir andere Themen. Irgendwie hatte ich meinen Blog bei ihr nie erwähnt. Keine Ahnung warum. Es ergab sich anscheinend einfach nicht. Laufen ist bei uns eben nicht das Hauptthema.

Irgendwann kamen wir dann doch darauf zu sprechen. „Ich will wieder mit dem Laufen anfangen“, schrieb sie mir vor ein paar Monaten. Ob ich denn Tipps hätte. Erst dadurch kamen wir auf meinen Blog. Wenige Tage später: „Oh Mann, das ist ja voll cool! Du hast meine absolute Hochachtung! Deine Disziplin beim Training ist der Hammer!“ Sie hatte meinen Blog durchforstet und nebenbei auch noch auf meinem Instagram-Profil vorbeigeschaut. Wie gesagt, in unseren Gesprächen stand mein Training nie im Mittelpunkt. Klar redete ich hin und wieder was ich machte und geplant hatte, aber es war nie das Laufen, das uns verbindet. Das ist etwas ganz anderes. Aber das ist auch eine andere Geschichte und hat hier keinen Platz.

„Ich habe mich für meinen ersten Marathon angemeldet. Im Herbst werde ich den Dreiländermarathon laufen.“ Diese Nachricht von ihr ist nun schon ein paar Wochen her. „Ich lese deinen Blog echt gerne, habe auch schon Einiges gelernt. Und: Ich habe mir eine Laufuhr gekauft. Ein paar Sachen sind mir noch unklar. Sie zeigt manchmal komische Sachen an, aber langsam freunde ich mich mit ihr an“, schrieb sie. Als ich das gelesen hatte, musste ich schmunzeln. Marathon. Laufuhr. Hm, kommt mir bekannt vor. Sehr bekannt. Ich habe sie wohl angefixt.

1 slide, created on 24/Mär/2018 - 08:48:10

1/1

Unschönes Thema

„Ich bin immer wieder begeistert von deinen Beiträgen. Leider ist das Thema Herz gerade akut bei mir. Hättest du vielleicht einen Kardiologen, den du mir empfehlen kannst?“ Im Jänner erreichte mich diese Nachricht auf Instagram. Ich musste schlucken und antwortete daher auch gleich. Ein unschönes Thema, zu dem ich leider selbst Erfahrungen gesammelt habe. Sie hatte meinen Blogbeitrag dazu gelesen und suchte nun Rat. So schrieben wir ein paar Mal hin und her. Ich gab ihr Arzt-Tipps, sie ließ sich checken.

Ein paar Wochen später hatte sie Gewissheit: Zum Glück war alles ok. „Ich kann dir gar nicht oft genug Danke für deine Hilfe sagen“, schrieb sie mir. Der positive Befund war Anlass, dass wir uns für eine gemeinsame Laufrunde verabredeten. Sieben Uhr Friedensbrücke. Perfekt für beide. Leider kam dann doch alles anders als geplant und ein Radunfall verhinderte unser persönliches Kennenlernen. Sie muss sich noch schonen. Sobald es mit dem Laufen wieder klappt, steht unser Date jedenfalls.

1 slide, created on 24/Mär/2018 - 09:06:39

1/1

We'll fight like girls

Zurück zu meiner Kollegin. Vor ein paar Tagen landete ein Mail in meinem Posteingang. „Im Vergleich zu dir sind wir ja Waschlappen“, stand da. Geschrieben von meiner zu Beginn erwähnten Kollegin. Sie hat sich nun angemeldet. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrer besten Freundin. „Jede von uns hat ihren Plan. Meine Freundin will 5k unter 30 Minuten laufen, meine Tochter die 10k unter 58 und ich… ich trau mich gar nicht, das zu sagen, aber ich sag’s trotzdem: ich will unter 50 laufen! Das habe ich das letzte Mal vor zehn Jahren geschafft“, verrät sie.

Ich habe sie also tatsächlich angefixt. Obwohl wir alle ein unterschiedliches Ziel haben, haben wir doch eines gemeinsam: „Wurscht, ob wir es schaffen, oder nicht: nachher heißt es: Krügel hoch!“, meint sie. "We'll run like we're awesome. We won't be disappointed. We'll fight like girls for our place at the table", singen The National. Yes, we will! Der Tisch im Schweizerhaus ist reserviert. Es wird ein Tag zum Feiern, dieser 27. Mai. Egal mit welchen Zeiten. Darauf wird angestoßen.

1 slide, created on 24/Mär/2018 - 09:02:48

1/1

Of what you want to say

Wie heißt es: durchs Reden kommen d’Leut zam. Oder besser gesagt: Laufen verbindet. Diese drei Geschichte sind ein kleiner Auszug daraus, welche positiven Erlebnisse ich durch meinen Blog in den vergangenen Monaten erlebt habe. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. "Take the time to make some sense of what you want to say", singen Oasis in ihrem Masterplan. Das mit dem Sinn reinbringen klappt vielleicht nicht immer. Aber ich bemühe mich. Dann klappt's auch weiterhin mit dem Anfixen.

Autorin Natascha Marakovits finden Sie auch auf Instagram.