"2G" rule in retail stores in Landshut

© REUTERS / LUKAS BARTH

Wissen Gesundheit
01/07/2022

Omikron-Ansteckung: Ist auf die FFP2-Maske noch Verlass?

Die Schutzmasken sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Halten sie auch die hochansteckende Omikron-Variante noch zuverlässig ab?

von Marlene Patsalidis

Sie war zwar nie wirklich weg, dennoch kehrt die Schutzmaske nun wieder in größerem Stil in unser Leben zurück: Laut Beschluss der Bundesregierung gilt ab 11. Jänner hierzulande eine FFP2-Maskenpflicht im Freien, wenn ein Abstand von zwei Metern nicht möglich ist. Etwa in Fußgängerzonen, Warteschlangen oder bei Gruppenansammlungen. Künftig wird man außerdem keine Kontaktperson mehr sein, wenn man dreimal geimpft ist oder wenn alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben (mehr dazu hier).

Auch Italien setzt dieser Tage bei der Lockerung der Quarantäne-Bestimmungen verstärkt auf FFP2-Masken. Geboosterte und Personen, deren zweite Impfung nicht länger als vier Monate zurückliegt, müssen sich aktuell nicht mehr absondern, wenn sie Kontakt mit positiv Getesteten hatten und keine Symptome entwickeln. Für sie gilt dann nur noch eine siebentägige Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Außerdem müssen sie fünf Tage nach dem Kontakt einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Das Vorgehen der österreichischen und italienischen Behörden wirft die Frage auf, wie gut das "Filtering Face Piece" der Schutzklasse zwei überhaupt noch vor Omikron-Infektionen schützt. Immerhin gilt inzwischen als erwiesen, dass die stark mutierte Variante von SARS-CoV-2 weitaus ansteckender als Vorgänger-Varianten ist.

Heimische Expertinnen und Experten sehen momentan keinerlei Anlass zur Sorge: "Wenn FFP2-Masken richtig angelegt werden, schützen sie relativ gut in beide Richtungen. Sie bieten also sowohl Eigen- als auch Fremdschutz", betont der Mediziner und Gesundheitsökonom Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS).

Dem pflichtet die Hygienikerin Miranda Suchomel von der MedUni Wien bei: "Die Schutzwirkung der FFP2-Masken entfaltet sich genauso gut, wie bei der bisher dominanten Delta-Variante – oder auch der Wildtypvariante." Das Virus sei zwar mutiert, habe sich aber nicht derart verändert, "dass die Maske als mechanische Barriere zu hinterfragen wäre". Obwohl Omikron aufgrund bestimmter Eigenschaften infektiöser sei, werde es durch FFP2-Masken nicht schlechter oder anders zurückgehalten.

Nachteil höherer Schutzklassen

Da FFP2-Masken nur einen bestimmten Anteil an Partikeln abfangen – es werden mindestens 94 Prozent der Schadstoffe aus der Luft gefiltert –, sei der Schutz immer in gewisser Weise begrenzt, fügt Czypionka hinzu. "Hier sollten ergänzend andere Maßnahmen – gutes Lüftung, isoliertes Arbeiten – gesetzt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren", sagt er. Zum besseren Schutz könne man theoretisch auch eine FFP3-Maske – sie filtert mindestens 99 Prozent der Schadstoffe aus der Luft – anlegen. "Ich sehe da aber die Gefahr, dass die Trägerinnen und Träger sie wegen des geringeren Tragekomforts schneller ablegen und nicht so gut tolerieren wie FFP2-Masken."

Skeptisch zeigt sich auch Virologe Norbert Nowotny von der Vetmeduni Wien: "Es gibt kaum FFP3-Masken ohne Ausatemventil. Das bedeutet, dass die Person zwar supergeschützt ist, aber andere anstecken kann. Weil die Filterdichte bei FFP3-Masken deutlich höher sein muss, würde man sich ohne Ventil mit dem Atmen ziemlich schwertun." Laut Nowotny "reichen korrekt getragene FFP2-Masken auch gegen Omikron definitiv aus".

Mund-Nasen-Schutz weniger wirksam

Der klassische Mund-Nasen-Schutz – derzeit ist es beispielsweise schwangeren Personen erlaubt, diesen an Orten, wo Maskenpflicht herrscht, zu tragen – sei von der Sicherheit her jedenfalls nicht mit FFP2-Masken vergleichbar. "FFP2-Masken stellen aber ganz grundsätzlich auch bei Schwangeren kein Problem dar. Es gibt keine begründeten Bedenken, was die Sauerstoffversorgung oder die Ansammlung von CO2 unter der Maske betrifft", sagt Nowotny. Schwangere, die sich mit der FFP2-Maske wohlfühlen, müssten sich nicht sorgen, dass diese ihnen oder dem ungeborenen Kind schadet.

Suchomel betont: "Ich halte FFP2-Masken weiterhin für eine wichtige Schutzmaßnahme, weil man den direkten Kontakt mit dem Virus vermeiden oder zumindest die Infektionsdosis heruntersetzen und damit eine Ansteckung verhindern kann." Zu beachten gelte weiterhin, "dass die Masken gut sitzen sollten und bei starker Durchfeuchtung weniger wirksam schützen".

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