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Wissen Gesundheit
11/06/2021

Intensivstation: Warum 25 Prozent doppelt Geimpfte nicht viel sind

Fast ein Viertel der Covid-Intensivpatienten ist vollständig geimpft. Warum Impfdurchbrüche zunehmen und auch andere Daten zählen.

von Ingrid Teufl

Fast 25 Prozent aller Covid-Patienten auf Intensivstationen waren doppelt geimpft, 75 Prozent waren nicht oder nur teilgeimpft. Diese am Freitag von der APA veröffentlichte Zahl aus Daten aus dem Gesundheitsministerium klingt auf den ersten Blick dramatisch. Ist es wirklich so?

In absoluten Zahlen heißt das: Am 2. November 2021 waren in Österreich 304 intensivpflichtige Patienten registriert. 74 davon waren im Besitz eines gültigen Impfzertifikats. Sie waren also voll immunisiert, hatten sich aber aufgrund eines Impfdurchbruchs dennoch mit dem Coronavirus infiziert und erkrankten schwer an Covid-19.

Nur wenige Geimpfte

Im Umkehrschluss zeigt sich aber: Von am 2. November 5,6 Millionen vollständig Geimpften in Österreich lagen nur 74 auf einer Intensivstation. Das entspricht 13 Intensivpatienten pro Million Geimpfter. Von 3,2 Millionen nicht vollständig Geimpften waren 230 auf Intensivstationen. Das entspricht 72 Intensivpatienten pro Million Ungeimpfter.

Die Zahlen zeigen für Experten auch, dass die Impfung wirkt - und Ungeimpfte ein deutlich höheres Risiko haben, ins Spital zu kommen.

Für den Klinischen Pharmakologen Markus Zeitlinger von der MedUni Wien sind die aktuellen Daten keine Überraschung. "Diesen Trend sehen wir schon länger. Je mehr Personen geimpft sind, desto mehr Impfdurchbrüche gibt es auch." Er macht dafür mehrere Gründe aus.

Vor allem Ältere betroffen

Auf den Intensivstationen liegen derzeit wieder mehr ältere Patienten. "Bei ihnen ist die Grundimmunisierung schon am längsten her. Schon im Jänner und Februar wurde begonnen, diese Altersgruppe zu impfen." Für sie sei eine dritte Impfung momentan am dringendsten.

Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Daten aus Israel bestätigten, dass man mit dieser Booster-Impfung noch besser geschützt ist als durch zwei Impfungen. Sie regt nicht nur die Erinnerung des Immunsystems an. "Die Daten zeigen, dass nach der dritten Impfung auch die Antikörper höher sind als nach der zweiten", erklärt Zeitlinger. Dies sei ein wesentlicher Schub für das Immunsystem.

Game-Changer dritte Impfung?

Dass mit der Booster-Immunisierung die Pandemie endlich beendet werden könnte, darüber wagt der Pharmakologe keine Prognose. "Es wird auch nach der dritten Impfung Impfdurchbrüche geben. Aber es werden deutlich weniger sein." Derzeit wisse auch niemand, wie lange die Auffrischungsimpfung anhält. Was man aber sagen kann: "Das nächste halbe Jahr kommt man deutlich besser über die Runden, wenn man drei Mal geimpft ist."

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