Wissen | Gesundheit
16.07.2018

Erdbeeren und Tomaten: Sorte bestimmt Allergiepotenzial

Forscher haben untersucht, welche Erdbeer- und Tomatensorten weniger Allergene enthalten als andere.

Rot, kulinarisch vielseitig und allseits beliebt: Erdbeeren und Tomaten gehören in Österreich zu den meistverzehrten Frucht- und Gemüsesorten. Bei vielen Menschen rufen sie jedoch allergische Reaktionen hervor. Vor allem dann, wenn der Betroffene zudem an einer Birkenpollenallergie leidet. Zu den typischen Symptomen zählen entzündliche Reaktion der Haut, gereizte Schleimhäute, Schnupfen und Bauchschmerzen. Die Beschwerden treten zumeist nach dem Verzehr von frischem Obst oder Gemüse auf, während verarbeitete Produkte oftmals gut vertragen werden.

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat in zwei Studien untersucht, welche Erdbeer- und Tomatensorten weniger Allergene enthalten als andere und inwieweit Anbau- oder Zubereitungsmethoden mitspielen.

Allergieauslösende Proteine

Verantwortlich für das Allergiepotenzial von Erdbeeren und Tomaten sind Proteine, die dem Hauptallergen aus Birkenpollen ähneln, und aufgrund dieser Ähnlichkeit zu einer Birkenpollen-assoziierten Nahrungsmittelallergie führen können. Etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung in Nordeuropa und bis zu 16 Prozent in Italien sind von einer Tomatenallergie betroffen. Und rund 30 Prozent derjenigen, die eine Birkenpollenallergie haben, berichten auch von allergenen Reaktionen auf Erdbeerfrüchte.

In früheren Erhebungen wurde festgestellt, dass es mehrere Proteine sowohl in Erdbeeren als auch in Tomaten gibt, die allergische Reaktionen auslösen können. Ziel der beiden nun veröffentlichten Studien (in den Fachblättern Nutrients und PLOS ONE) unter der Leitung von Wilfried Schwab vom Lehrstuhl für die Biotechnologie der Naturstoffe war, ein wichtiges Allergie auslösendes Protein in den verschiedenen Erdbeer- und Tomatensorten zu quantifizieren.

Um ein breites Spektrum zu analysieren, wurden in beiden Fällen Sorten gewählt, die sich in Größe, Form und Farbe unterscheiden. Weiterhin wurde der Einfluss der biologischen und konventionellen Anbaubedingungen als auch verschiedene Verarbeitungsmethoden von der Sonnen- über die Ofen- bis zur Gefriertrocknung der Früchte untersucht. Es wurde angenommen, dass der Gehalt des allergieauslösenden Proteins mit der Farbe der reifen Früchte, dem Wachstumszustand und der Verarbeitungsmethode variiert.

Sorte macht den Unterschied

23 verschiedenfarbige Tomatensorten und 20 Erdbeersorten unterschiedlicher Größe und Form wurden untersucht, um den genetischen Faktor auf die Expression des allergieauslösenden Proteins in den Früchten zu analysieren.

Der Gehalt des Allergens in beiden Fruchtarten schwankte stark zwischen den Sorten. Außerdem konnte die Hitzeempfindlichkeit der Proteine bestätigt werden: Wenn die Früchte während des Trocknungsprozesses Hitze ausgesetzt wurden, war ihr Allergiepotential niedriger. Der Einfluss der Anbaubedingungen (konventionell und ökologisch) auf den Allergiegehalt war hingegen gering.

Die in den Studien untersuchten Proteine können den Forschern zufolge künftig Marker für die Züchtung von hypoallergenen Tomaten- und Erdbeersorten herangezogen werden.