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Dreifach-Geimpfte sind bei Omikron-Infektion weniger ansteckend

Die Studie bezieht sich dabei auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile dominierende Subvariante BA.2.

04/12/2022, 02:08 PM

Corona-Geimpfte sind bei einer Durchbruchsinfektion nicht nur vor schwerer Erkrankung gut gesch√ľtzt, sie sind auch weniger ansteckend als Ungeimpfte. Anders als bei der Delta-Variante sind bei der Omikron-Variante allerdings drei Impfdosen n√∂tig, um die Menge infekti√∂ser Viruspartikel wirksam zu senken. Das berichten Schweizer Forscher um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer von der Universit√§t Genf im Fachmagazin Nature Medicine.

Die Studie bezieht sich dabei auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile dominierende Subvariante BA.2. ‚ÄěUnsere Ergebnisse unterstreichen die positive Wirkung von Impfungen √ľber den individuellen Schutz vor schweren Erkrankungen hinaus‚Äú, schreiben die Forscherinnen und Forscher. 

Ct-Wert

Die Wissenschaftler hatten zwischen April 2020 und Februar 2022 bei insgesamt 565 Corona-infizierten Menschen innerhalb der ersten f√ľnf Tage nach Symptombeginn Abstriche von der Nasenschleimhaut genommen. Die Untersuchung deckt also quasi den gesamten bisherigen Pandemie-Verlauf ab: Es wurde Infektionen mit der urspr√ľnglich zirkulierenden Variante sowie mit der Delta- und der Omikron-Variante erfasst. Ein Teil der Probanden war ungeimpft, ein anderer Teil war zweifach geimpft oder geboostert. Fast alle Geimpften hatten einen RNA-Impfstoff bekommen.

Die Wissenschaftler ermittelten dann den sogenannte Ct-Wert, der angibt, wie viel Erbgut des Virus in einer Probe vorhanden ist. Zudem bestimmten sie √ľber Zellkultur-Versuche die Menge infekti√∂ser Viruspartikel in einer Probe. Dies ist ein besserer Indikator f√ľr die Ansteckungsf√§higkeit eines Erkrankten, wie die Untersuchungen der Forscher best√§tigten.
Die Auswertung der Daten ergab, dass Zweifach-Geimpfte bei einer Delta-Infektion deutlich weniger infekti√∂se Partikel in den oberen Atemwegen hatten als Ungeimpfte, n√§mlich knapp ein F√ľnftel.

Schnellere Genesung

Au√üerdem konnten Geimpfte das Virus der Untersuchung zufolge schneller bek√§mpfen. Bei Omikron-Durchbruchsinfektionen war die Menge infekti√∂ser Viruspartikel nach einer doppelten Impfungen so hoch wie bei Ungeimpften. Erst eine Booster-Impfung dr√ľckte den Wert deutlich auf etwa ein F√ľnftel.

Ein weiteres Ergebnis: Während der Omikron-Welle fanden die Forscher insgesamt deutlich geringere Mengen infektiöser Partikel bei den geimpften Probanden als während der Delta-Welle - trotz der höheren Ansteckungsfähigkeit der Omikron-Variante. Sie folgern daraus, dass Omikron-Infizierte nicht deshalb ansteckender sind, weil sie mehr Viren ausscheiden. Möglicherweise sei der Eintrittsmechanismus des Virus in die Zelle ein anderer.

Die Forscher weisen darauf hin, dass nicht bekannt ist, ab welcher Menge nachgewiesener Viruspartikel ein Infizierter ansteckend ist. Die Schwankungen in der Virusmenge könnten zudem auch durch die jeweilige Qualität des Abstrichs beeinflusst worden sein oder dadurch, dass die Proben nicht bei allen Probanden zum gleichen Zeitpunkt der Infektion genommen wurden.

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