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Wissen Gesundheit
11/19/2021

Ausgeweitete Maskenpflicht: Wie groß ist ihre Wirksamkeit?

Eine Expertin ist überzeugt: Auch konsequenteres Maskentragen hätte viele Infektionen vermeiden können.

von Ernst Mauritz

Die Maskenpflicht wird deutlich ausgeweitet: FFP2-Maskenpflicht gilt in allen (geschlossenen) Innenräumen (ausgenommen ist der Privatbereich) und damit auch am Arbeitsplatz (außer es gibt bauliche Sicherheitsmaßnahmen). Auch in den Schulen kommt ab Montag eine durchgehende Maskenpflicht, auch im Unterricht, und zwar für alle Schulstufen.  Lehrkräfte, Verwaltungspersonal und Oberstufenschülerinnen und -schüler müssen durchgehend FFP2-Masken tragen, in Volksschulen, AHS-Unterstufen, Mittelschulen und Sonderschulen reicht auch ein Mund-Nasen-Schutz (eine chirurgische bzw. eine sogenannte Alltagsmaske aus. Aber wie hoch ist die Wirksamkeit der Masken?

Erstmals wird es eine Maskenpflicht (Mund-Nasen-Schutz reicht) während des Unterrichts auch in den Volksschulen geben: „Damit werden wieder die Diskussionen beginnen, ob das gesundheitliche Folgen wie zu wenig Sauerstoffaufnahme haben kann“, sagt die Hygienespezialistin Miranda Suchomel von der MedUni Wien: „Die Kinder halten das aus – und es ist zumutbar.“

In einer Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands heißt es, der Mund-Nasen-Schutz (MNS) könne zwar ein wenig unbequem sein, schränke aber das Ein- und Ausatmen nicht ein, führe „weder zu einer Einschränkung der Sauerstoffversorgung noch zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlendioxid“. Sogar Kinder mit kontrolliertem Asthma ab sechs Jahren könnten solche chirurgischen bzw. Alltagsmasken gefahrlos tragen.

Aber auch die FFP2-Masken für ältere Schülerinnen und Schüler seien kein gesundheitliches Problem: „Sie verursachen keinen Sauerstoffmangel.“ Schon im Hinblick auf die Zeit nach dem Lockdown sagt Suchomel: „Ich finde es für die psychische Gesundheit der Kinder vertretbarer, mit einer FFP2-Maske den Unterricht zu bestreiten, als sie weiter in Isolation und Homeschooling zu schicken.“

Dass Masken etwas bewirken, sei mittlerweile unbestritten, betont Suchomel. Laut einer im British Medical Journal erschienen Übersichtsstudie können sie die Häufigkeit neuer Corona-Infektionen um 53 Prozent senken. „Wobei die FFP2-Masken auch den Effekt des Selbstschutzes haben, die chirurgischen Masken hingegen bewirken nur einen gewissen Fremdschutz. Wobei ich es sehr bedauerlich finde, dass seit der Zulassung der Impfungen die Bedeutung der Basishygiene – neben den Masken auch Abstand und Händewaschen – gar nicht mehr kommuniziert worden ist. Auch das ist ein Grund, warum wir jetzt so hohe Infektionszahlen haben. Denn wir brauchen diese Hygienemaßnahmen zusätzlich zur Impfung.“

Sehr umstritten ist die Wirksamkeit von Plexiglaswänden. Bereits im Sommer zeigte sich in Untersuchungen, dass sie in bestimmten Fällen das Ansteckungsrisiko sogar erhöhen können. Einerseits bieten sie zwar einen gewissen Schutz, wenn die Person gegenüber hustet oder niest. Andererseits können sich Aerosole ansammeln und sich zeitverzögert um die Wände herum ausbreiten.

Aus ihrer Sicht sei das oftmalige Lockern und Verschärfen bei der Maskenpflicht ein Fehler gewesen: „Dieses Herumgeeiere war beschämend. Und jetzt reden wir nach zwei Jahren wieder über dieselben Punkte – anstatt dass sich viele von uns auch bei der Maskendisziplin, dem Abstandhalten und dem Händewaschen - also insgesamt bei den Hygienemaßnahmen - mehr bemüht hätten. Dann sähe es jetzt mit den Zahlen ganz anders aus“, bedauert Suchomel.

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