Wissen und Gesundheit
23.01.2018

Frau bricht sich beim Husten eine Rippe

Eine 66-jährige Frau aus dem US-Bundesstaat Massachusetts hat sich beim Husten eine Rippe gebrochen, wie im New England Journal of Medicine berichtet wird.

Erst vor wenigen Tagen sorgte ein medizinischer Fallbericht übers Niesen für Schlagzeilen. Im Fachblatt BMJ Case Reports wurde von einem jungen Mann berichtet, der sich einen Riss der Rachenmuskulatur zuzog, weil er sich beim Niesen sowohl die Nase, als auch den Mund zugehalten hatte (mehr dazu hier). Nun sorgt ein Artikel im New England Journal of Medicine für Aufsehen. Darin wird der Fall einer 66-jährigen US-Amerikanerin besprochen, die sich beim Husten eine Rippe brach.

Trockener Husten

Dem Fallbericht zufolge litt die 66-Jährige etwa zwei Wochen lang an trockenem Husten und Schmerzen an der rechten Seite ihres Oberkörpers. Die Medikamente, die sie vom Arzt gegen die vermeintlichen Erkältungssymptome verschrieben bekam, führten nicht zur erhofften Besserung. Als sie ihren Arzt nach fünf Tagen erneut aufsuchte, zeigte sie ihm einen riesigen Bluterguss auf der rechten Seite ihres Oberkörpers.

Der Mediziner ordnete eine Computertomographie an, die Diagnose: Die Frau litt an einer Fraktur der neunten Rippe. Diese war wohl bereits zwei Wochen zuvor gebrochen. Weitere Untersuchungen legten offen, dass sie zudem an einer Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis litt, dem Erreger des Keuchhustens.

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Nach einem unspezifischen Anfangsstadium verläuft sie über mehrere Wochen und ist zu Beginn durch eine rinnende Nase, rot unterlaufenen, tränenden Augen, erhöhte Temperatur und Hausschmerzen gekennzeichnet. Die Hustenanfälle folgen meist eine Woche nach dem Ausbruch. Bei Säuglingen können sich die Hustenanfälle untypisch als Atemstillstände äußern und lebensbedrohlich verlaufen. Zur Vorbeugung existiert eine Impfung.

Nachdem der 66-Jährigen Antibiotika verschrieben wurden und sie sich einer Operation unterzog, erholte sie sich vollständig, wie die Experten im Fachblatt berichten. Um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern, wurden das Klinikpersonal sowie Familie und Freunde der Patientin auf das Bakterium untersucht.