Wellness
18.05.2017

Mann in Portugal mit "Sushi-Wurm" infiziert

Ein Portugiese litt eine Woche lang an Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit. Dann stellte sich heraus, dass er zum Träger des Fadenwurmes Anisakis simplex geworden war. Schuld daran war Sushi.

Ärzte warnen derzeit verstärkt vor einem Parasiten, der durch den Verzehr von rohem Fisch auf den Menschen übergehen kann. Anlass ist ein Fall aus Portugal, wo ein 32-jähriger Mann nach dem Verzehr von Sushi zum Träger des Fadenwurmes Anisakis simplex geworden war. Die Symptome des Portugiesen hatten den Ärzten zunächst Rätsel aufgegeben. Das geht aus einem Artikel der BBC hervor, die den Fallbericht des British Medical Journals publizierte.

Rätselhafte Symptome

Der Mann litt rund eine Woche lang an Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Beim Abtasten des Oberkörpers fiel den Medizinern in einem Krankenhaus in Lissabon auf, dass der Bereich unterhalb seiner Rippen weicher als sonst beim Menschen üblich war. Mittels Bluttest wurden zwar erhöhte Entzündungswerte im Blut des Mannes festgestellt, die Ursache seiner Beschwerden kam jedoch erst ans Licht, als der Mann angab, kürzlich Sushi gegessen zu haben. Die Krankheit Anisakiasis, die durch Fadenwürmer verursacht wird, ist vor allem aus Japan bekannt, wo die Speise aus rohem Fisch und erkaltetem, gesäuertem Reis ein Traditionsgericht ist. Auch in Nordamerika, Neuseeland und den Niederlande, wo ebenfalls viel roher Fisch verzehrt wird, werden öfter Fälle registriert. Auch in unseren Breiten häufen sich die Fälle. Die Forscher führen dies auf die wachsende Beliebtheit von Sushi zurück.

Im Zuge einer Endoskopie wurde der Wurm aus der geschwollenen und entzündeten Darmschleimhaut des Mannes entfernt. Nach dem Eingriff besserte sich der Zustand des Patienten sofort.

Expertentipps

Um einen Befall zu vermeiden, raten die Experten im British Medical Journal dazu den Fisch nach dem Ausnehmen für mindestens vier Tage einzufrieren. Danach sollte er nicht roh, sondern gekocht, gegart oder gebraten verzehrt werden. Laut dem National Health Service (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystem in Großbritannien und Nordirland, geht auch von im Atlantik gefangenen Lachs und Meerforelle ein Risiko aus. Auch in europäischen Binnenseen und Flüssen können sich Fische tummeln, die den Parasit übertragen.

Hierzulande müssen sich Konsumenten laut dem Österreichischen Fischereiverband keine Sorgen machen. Manuel Hinterhofer, Geschäftsführer des Österreichischen Fischereiverbands, erklärte gegenüber ORF.at, dass diese einer "engen Qualitätskontrolle" durch Veterinärmediziner unterworfen seien und regelmäßig "auf Parasitenerkrankungen überprüft" würden. Aber: Wer in Österreich Sushi kauft, der isst oft nicht heimischen, sondern ausländischen Fisch.