Wirtschaft
13.12.2017

Millionen-Pleite: Zwei Interessenten für Toni’s Freilandeier

Zwölf Millionen Euro Schulden hat die Großhandelsfirma von Eier-Pionier Toni Hubmann angehäuft. Ein möglicher Retter soll aus seinem familiären Umfeld kommen.

Eigentlich waren die Weichen für die erfolgreiche Restrukturierung der Toni’s Handels GmbH, besser bekannt unter der Marke "Toni’s Freilandeier", bereits gestellt. Einerseits wurde mit Thomas Lanik ein erfahrener Sanierungsmanager in die Geschäftsführung geholt, andererseits wurden mit Kauf-Interessenten vielversprechende Gespräche geführt. Und die Banken hatten zugesagt, dass sie im Fall des Einstiegs eines Investors "einen nicht unbeträchtlichen Schuldennachlass gewähren". Dazu muss aber auch man wissen, dass die Gläubigerbanken im Rahmen einer Sanierungstreuhandschaft den maroden Betrieb de facto schon übernommen hatten.

Doch der steirische Eier-Pionier und Firmengründer Toni Hubmann wollte sich damit nicht abfinden und zog gegen die Banken vor Gericht. "Alle Bemühungen des Sanierungsmanagers, Herrn Hubmann noch zu einem Einlenken zu bewegen, waren schlussendlich erfolglos", heißt es im Konkursantrag. Auch soll Hubmann ein "letztes Angebot eines Interessenten verstreichen" haben lassen.

Fakt ist: Hubmanns Eier-Großhandel sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von 11,98 Millionen Euro, davon entfallen 8,7 Millionen Euro auf die Banken. Das freie Vermögen beträgt nur 350.000 Euro. Der Betrieb, der jährlich 40 bis 50 Millionen Eier an den Einzelhandel liefert, soll bis auf Weiteres fortgeführt und möglichst rasch verkauft werden. Es dürfte zu einer Auffanglösung kommen.

"Es gibt zumindest zwei Interessenten, und wir sind zuversichtlich, dass diese Übernahmeangebote unterbreiten werden", sagt Firmenanwalt Stefan Weileder von der Kanzlei Graf & Pitkowitz zum KURIER. "Ich hoffe auch, dass uns der Einzelhandel und die bäuerlichen Betriebe, die uns beliefern, die Treue halten."

Einer der beiden Interessenten ist ein erfolgreicher Manager aus dem familiären Umfeld von Toni Hubmann, der viele Jahre für einen namhaften Baukonzern tätig war. Der zweite ist der Großhändler Eiermacher GmbH aus dem oberösterreichischen Kremsmünster.

Ähnliche Philosophie

"Toni’s und die Eiermacher haben eine ähnliche Struktur, Größe und auch Philosophie", sagt Manfred Söllradl, Geschäftsführer der Eiermacher, zum KURIER. "Wir haben Interesse daran, dass es eine vernünftige Lösung gibt, sollten wir ins Spiel kommen." Jetzt sei in erster Linie der Masseverwalter am Zug.

Indes gehen die Großabnehmer Spar und Rewe davon aus, weiter mit Toni’s Eiern beliefert zu werden. "Der Masseverwalter wird sicher zu gegebener Zeit auf uns zukommen", sagt Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher zum KURIER. "Dann werden wir weitersehen."

Laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform, KSV1870 und AKV musste Hubmanns Betrieb zuletzt deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Umsatz sank von 15,073 Millionen im Jahr 2014 auf 12,9 Millionen Euro im Vorjahr. Von 2014 bis Ende 2016 wurden insgesamt fast 2,74 Millionen Euro Verlust geschrieben.

Ausgelöst wurde der Niedergang von Hubmann selbst. Er hatte zwischen 2009 und 2011 fast 800.000 Eier mit manipulierter Mindesthaltbarkeit ausliefern lassen. Dafür wurde Hubmann rechtskräftig zu 16 Monaten bedingter Haft und 82.000 Euro Geldstrafe verurteilt.