© APA/AFP/ANTHONY WALLACE

Wirtschaft
07/19/2021

Wie Zoom in nur einem Jahr den Tech-Olymp bestieg

Der vergleichsweise junge Konzern ist in der Pandemie zum Marktführer für Videokonferenzen aufgestiegen.

von Johannes Arends und Lorena Danner

Der Videotelefonie-Softwareanbieter Zoom sorgte in der Nacht auf Montag für einen Paukenschlag. Für fast 15 Milliarden US-Dollar übernehmen die Kalifornier das ebenfalls in den USA sesshafte Unternehmen Five9, dass sich in den letzten Jahren als einer der führenden Anbieter moderner Kundenkommunikation etabliert hat.

Five9 nutzt dabei eine eigens entwickelte Cloud-Software, über die der Kontakt zwischen Unternehmen und deren Kunden möglichst unkompliziert und kostengünstig über das Internet abgewickelt werden kann. Genau diese Technologie soll künftig in das bestehende Zoom-Angebot aufgenommen werden und den Konzern im Vergleich zur Konkurrenz bei Unternehmenskunden attraktiver machen. Dass Zoom, ein Tech-Konzern, der mit knapp 600 Millionen US-Dollar Jahresumsatz 2019 noch relativ unbedeutend im Vergleich zu den Größen der Szene war, inzwischen derart ambitionierte Zukäufe stemmen kann, hat er den Folgen der Corona-Pandemie zu verdanken.

Ungeahnter Boom

Denn der durch die weltweiten Ausgangsbeschränkungen befeuerte Trend hin zu Homeoffice und Video-Konferenzen hatte Zoom einen Wachstum ungeahnten Ausmaßes beschert.

Denn auch bei der privaten Nutzung ist „zoomen“ zum geflügelten Wort für die Videotelefonie geworden – was wahrscheinlich das Beste ist, was einem vergleichsweise jungen Anbieter (Gründungsjahr 2011) passieren kann. Vor allem wenn die direkte Konkurrenz am Softwaremarkt wiederhallende Namen wie Microsoft (Teams), Google (Meets) oder Cisco (Webex) trägt.

Trotzdem ist Zoom laut eigener Aussage zum Marktführer im Bereich Online-Meetings aufgestiegen. Manche Analysten stützen diese These, andere sehen allerdings Cisco vorne.

Trotzdem: Alleine im vierten Quartal 2020 stieg der Zoom-Umsatz auf mehr als 880 Millionen Dollar, fast viermal so viel wie im Vorjahr. Die Zahl der Firmenkunden hat sich im gesamten Krisenjahr 2020 sogar um das Fünffache gesteigert.

Was macht Zoom so gut?

Doch was lässt Zoom zwischen all der namhaften Konkurrenz hervorstechen?

Ein Test von Stiftung Warentest gab im vergangenen Jahr Antworten auf diese Frage: Zoom verfüge über umfangreiche Funktionen. Unter anderem bedarf es keiner Online-Registrierung, das Teilen von Dokumenten sei einfach und durch virtuelle Gesten wie beispielsweise das „Hand heben“ könne man seinen Redewunsch signalisieren. Nutzer können sich bei Zoom außerdem über das Handy einwählen, die Qualität sei dabei meist stabil gut. Beim Konkurrenzprodukt „Teams“ von Microsoft ist das in der Gratisversion hingegen nicht möglich.

Doch auch Zoom stößt vermehrt auf Kritik, vor allem in puncto Datenschutz. Sogar mehrere deutsche Politiker sprachen im vergangenen Jahr Warnungen aus: „Für vertrauliche oder gar geheime Inhalte gilt höchste Vorsicht“, sagte etwa SPD-Abgeordneter Jens Zimmermann. Zoom selbst beteuert, inzwischen etliche Schritte unternommen zu haben, um die Sicherheit der Nutzerdaten zu gewährleisten.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.