Ralph Dittmar will sich auf Coaching und Teambuilding konzentrieren.

© Servus TV/Paula Werneck

Wirtschaft
11/03/2020

Wer stürzt sich in den Abenteuerpark?

Servus TV und der KURIER suchen Nachfolger für kleine und mittelständische Unternehmen.

von Martin Meyrath

Fast ein Viertel der österreichischen Klein- und Mittelunternehmer wollen sich in den kommenden fünf Jahren aus ihrem Geschäft zurückziehen. Es geht um knapp 80.000 Betriebe. Bei rund einem Fünftel davon, also bei 16.000 Unternehmen, ist laut einer brandaktuellen Studie der Österreichischen Notariatskammer aber kein Nachfolger da.

Die „Hofübergabe“ ist nicht nur für diese Betriebe eine Herausforderung, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Denn von diesen Unternehmen hängen Mitarbeiter, Zulieferer und Kunden ab.

Gemeinsam mit Servus TV sucht der KURIER daher in einer fünfteiligen Serie Unternehmens-Nachfolger. Gerade und besonders in Zeiten wie diesen. Interessenten wenden sich bitte an wirtschaft@kurier.at oder an nachfolger@servusTV.com

Grillericoo e.U., Graz

Die Leidenschaft fürs Grillen hat Markus Grübler 2016 dazu gebracht, ein Fachgeschäft für Grillgeräte und -zubehör zu eröffnen. Da das Unternehmen viel Zeit beansprucht, die er lieber mit seiner Familie verbringen würde, sucht er einen Nachfolger. Ursprünglich als Online-Shop konzipiert, findet der Großteil des Geschäfts am Standort in Graz statt.

Neben 105 Quadratmeter Verkaufsfläche hat Grillericoo hier etwa 400 Quadratmeter Lager, der Mietvertrag kann übernommen werden. Die Anzahl der Mitarbeiter schwankt saisonal: Drei im Winter, vier im Sommer. Derzeit sind zwei davon in Kurzarbeit. Der Jahresumsatz beträgt etwa 740.000 Euro.

Ein Nachfolger muss neben einer Begeisterung fürs Grillen auch ausreichend Kapital mitbringen. Denn um 400.000 Euro Ablöse übergibt Herr Grübler zwar Inventar, Konzepte, Stammkunden und den Firmenbus, der Lagerbestand ist dabei aber noch nicht einberechnet.

Outdoorprofi GmbH, Fulpmes

Im Jahr 2007 eröffnete Ralph Dittmar im Tiroler Stubaital einen Adventurepark. Hier gibt es einen Hochseilgarten mit 13 Kletterrouten in vier Schwierigkeitsgraden. Außerdem befindet sich auf dem zwei Hektar großen Gelände eine Gastronomie mit Platz für 70 Gäste und ein Mountainbike-Park, wo Besucher ihre Geschicklichkeit am Fahrrad verbessern können.

Neben Dittmar arbeiten in dem Adventurepark zwei seiner Familienmitglieder und sechs stundenweise angemeldete Trainer. Die Anlage ist von April bis Oktober täglich geöffnet und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 230.000 Euro.

Herr Dittmar möchte sich verstärkt dem Bereich Coaching und Teambuilding widmen und deswegen den ebenfalls auf der Anlage befindlichen Teambuilding-Park weiterhin selbst betreiben. Als Ablöse für Adventurepark, Equipment, Zubehör und Gasthaus verlangt er 600.000 Euro. Der Grund ist von der Gemeinde gepachtet.

Sera Lizenzen GmbH, Salzburg

Heinz Eggert hat in seinem Berufsleben 70 Patente angemeldet. Seine 1987 gegründeten GmbH ist auf Wandheizung und thermischer Innensanierung spezialisiert. Dabei kommt ein Modulsystem aus Kupfer zum Einsatz. Größter Abnehmer ist ein auf Lehmputz spezialisierter Bauunternehmer in Kärnten, Eggert verkauft seine Produkte aber auch in Deutschland, der Schweiz und Italien.

Zusammen mit einem Produktionspartner bietet die Firma außerdem einen Schutzverband für Erdleitungen an, hergestellt aus alten Autoreifen. Zum Umsatz wollte Herr Eggert gegenüber dem KURIER keine Angabe machen.

Als Ablöse für Konzepte, Kundenstamm und Maschinen verlangt er 400.000 Euro. Der Produktionsstandort im Privathaus kann nicht übernommen werden. Ein idealer Nachfolger wäre zum Beispiel eine Baufirma, die ihr Portfolio erweitern möchte.

Menzel's Wohndesign, Bad Reichenhall

Bereits seit 1980 gibt es das Geschäft für Leuchten, Möbel und Dekorationsartikel in dem bayerischen Kurort. Elisabeth Menzel betreibt es seit 20 Jahren, unterstützt von einer geringfügig angestellten Verkäuferin und einer stundenweise beschäftigten Hilfskraft für Möbeltransporte und Montagen.

Der Jahresumsatz des Unternehmens liegt bei 200.000 Euro. Ein Nachfolger braucht eine Begeisterung für Dekoration und einen Sinn für Ästhetik, für den Warenbestand muss keine Ablöse bezahlt werden. Er kann übernommen und Frau Menzel nach erfolgtem Verkauf abgegolten werden.

Der Mietvertrag für das 200 Quadratmeter große Geschäftslokal mit zehn Schaufenstern in der Fußgängerzone kann übernommen werden.

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