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Milizpaket
07/11/2020

Was die Neuanschaffungen des Heeres der Wirtschaft bringen

Auch heimische Betriebe profitieren von den neuen Aufträgen - bei den Radpanzern zu 70 Prozent.

von Armin Arbeiter

Als Verteidigungsministerin und Milizbeauftragter am Donnerstag das neue Milizpaket präsentierten, fiel eine Waffe besonders auf: Das Scharfschützengewehr Steyr 08 A2, das jener Soldat trug, den Kreislaufbeschwerden in die Knie zwangen.

Mehr als neun Kilogramm wiegt diese Waffe, die über eine Einsatzschussweite von 1.200 Metern verfügt. Die Waffe wurde laut Steyr Arms speziell für den militärischen Gebrauch entwickelt, vor allem die Möglichkeit eines raschen Laufwechsels sei gegeben.

Bereits im Vorjahr hatte Steyr Arms 220 dieser Scharfschützengewehre an das Bundesheer für die präsenten Verbände geliefert, wie viele Stück die Miliz bekommen soll, ist noch unklar. Das Steyr 08 A2 soll – wie auch die neuen Fahrzeuge – nicht nur der Miliz zugutekommen, sondern auch von präsenten Kräften verwendet werden.

Geplant ist, dass das Verteidigungsministerium insgesamt 16 Millionen Euro dafür in die Hand nimmt, unter anderem auch für die Modernisierung einiger StG77 (Sturmgewehre, Anm.).

Für das Unternehmen und seine 180 Mitarbeiter wäre dieser Auftrag – angesichts der Corona-Krise – sehr willkommen: „Wir haben in den vergangenen Monaten noch einige Aufträge abarbeiten können und standen somit vor keinen großen Problemen. Somit käme es uns nicht ungelegen, in naher Zukunft einen Auftrag aus dem eigenen Land durchführen zu können. Lokale Nachfrage ist uns wichtig“, sagt Gerhard Unterganschnigg von Steyr Arms zum KURIER.

180 Personen arbeiten im Werk im oberösterreichischen Ramingtal. Das Unternehmen ist fest mit dem Bundesheer verwurzelt: Bereits 1867 entwickelte Josef Werndl einen Hinterlader für die österreichische Armee. Aus seinem Unternehmen ging später die Steyr-Daimler-Puch A.G hervor, die jetzt Steyr Arms heißt.

Weitere 30 Radpanzer

Vor wenigen Wochen wurde zudem publik, dass das Bundesheer weitere 30 Radpanzer Pandur Evo anschaffen will. Kostenpunkt: Etwa 110 Millionen Euro.

General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat mit diesen Gefährten bereits viel Erfahrung – schließlich haben 150 Mitarbeiter in Österreich bereits 34 Stück davon produziert und dem Bundesheer übergeben.

Rund 200 heimische Betriebe aus allen Bundesländern sind in die Produktion der Pandur Evo eingebunden. Endgefertigt werden sie am GDELS-Sitz in Wien-Simmering. „Durch den Auftrag konnten wir unsere Arbeitsplätze um zehn Prozent aufstocken“, sagt GDELS-Mann Michael Mock zum KURIER.

Die Lackierung der Panzerwanne übernimmt eine Firma in Waidhofen an der Ybbs, die mechanische Bearbeitung führt eine Firma in Liezen in der Steiermark durch. Insgesamt kommt bei der Herstellung des Evo ein heimischer Wertschöpfungsanteil von insgesamt über 70 Prozent zusammen.

Neben den Radpanzern könnte das Unternehmen in Simmering auch die sogenannten Duro-Fahrzeuge produzieren. Diese werden unter anderem von der Schweizer Armee verwendet – und könnten eine Möglichkeit sein, die veralteten Pinzgauer beim Bundesheer zu ersetzen.

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