Qubaisi nur ein Mal beim Grand Prix getroffen: René Benko.

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Falcon Private Bank
09/12/2016

Signa-Großaktionär im Strudel des Skandals

Ermittlungen wegen Geldwäsche / Ex-Verwaltungsräte als Verdächtige.

Zu den Investments der IPIC gehört auch die noble Schweizer Falcon Private Bank. Qubaisi hatte die Privatbank für den Staatsfonds von Abu Dhabi gekauft und aufgebaut. Der tief gefallene Qubaisi und ein zweiter Verdächtiger aus Abu Dhabi, Mohamed Badawy Al-Husseiny, standen an der Spitze des Verwaltungsrates der Bank.

Der monströse Skandal ist mittlerweile auf die Banken übergeschwappt, darunter auch die Falcon. Das Institut darf derzeit in Singapur kein Neugeschäft mehr annehmen. Die dortige Aufsicht wirft Falcon vor, Geldwäschebestimmungen verletzt zu haben. Laut der Schweizer Finanz und Wirtschaft stellte die Aufsichtsbehörde "substanzielle Brüche der Geldwäschereiregeln" sowie "Irregularitäten bei der Meldung verdächtiger Transaktionen" fest. Die Ermittlungen wurden auf den Hauptsitz in Zürich ausgeweitet. Die Bank erklärte, mit den Behörden zu kooperieren.

In Österreich ist Falcon seit 2012 am Immobilien-Imperium von René Benko beteiligt. Damals stieg die Bank zu 21 Prozent bei der Signa Prime Select ein, in der Benko die Top-Realitäten gelagert hat. Ein Drittel hält Falcon an der Signa Development.

Es bestehe kein Zusammenhang zwischen dem Einstieg bei Signa und Qubaisi persönlich, beteuert ein Signa-Sprecher. Qubaisi sei bereits ein Jahr zuvor aus der Bank ausgeschieden. Stimmt schon, aber Qubaisi saß mittlerweile auf der obersten Ebene als CEO der IPIC.

Gerüchte, Qubaisi und Benko würden sich persönlich gut kennen, werden bei Signa heftig dementiert. Die beiden Herren seien einander vor Jahren bei einem Grand-Prix in Abu Dhabi vorgestellt worden. Das sei der einzige persönliche Kontakt gewesen.

Im Herbst 2015 stockte Falcon das Engagement bei Signa auf und erwarb noch 24,9 Prozent an der Holding.

Falcon-Chef Eduardo Leemann tritt am 30. September ab, bleibt aber als Berater weiterhin an Bord der Bank. Sein Abgang stehe nicht in Zusammenhang mit dem Korruptions- und Geldwäscheskandal, betont man bei Falcon. Leemann sitzt im strategischen Beirat der Signa-Gruppe.

Den Kontakt zwischen Signa und Falcon hat übrigens Ex-Skirennläufer Hartie Weirather eingefädelt. Er hat Benko mit Leemann bekannt gemacht.