Online-Plattform "PokerStars" muss Spielern Geld zurückzahlen

Online-Plattform "PokerStars" muss Spielern Geld zurückzahlen
Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat das Unternehmen zu einer Rückzahlung in Höhe von über 1,6 Millionen Euro verurteilt.

Die Online-Plattform PokerStars wurde vom Obersten Gerichtshof (OGH) zu einer Rückzahlung in Höhe von über 1,6 Mio. Euro verurteilt. Ein österreichischer Spielsüchtiger wurde vom Anwalt Oliver Peschel und dem Prozessfinanzierer TOM ORROW vertreten. Der österreichische Spieler war auf die Online-Pokerseite "www.pokerstars.eu" geraten. Diese wird von der TSG Interactive Gaming Europe Ltd., mit Sitz in Malta und mit einer Glücksspiellizenz dieses Staates betrieben.

TSG Interactive Gaming Europe Ltd. verweigert grundsätzlich die Zahlung der rechtskräftigen österreichischen OGH-Urteile. Dabei haben alle drei Instanzen die Rückforderbarkeit bestätigt und PokerStars dazu verurteilt, die erlittenen Verluste zurückzuerstatten.

PokerStars ist ein Big Player in der Formel 1: Offizieller Sportwettensponsor, exklusiver Partner von Red Bull Racing, Sponsor von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. In Österreich bietet PokerStars illegales Glücksspiel auf seiner Online-Plattform an. Weitere Aktivitäten: Internationales Sponsoring in Fußball und Pokerturnieren.

Rechtliche Probleme

Rechtliche Probleme hatte der Spieleanbieter schon früh. Bereits 2011 beschlagnahmte das FBI die Domain pokerstars.com wegen des Verdachts auf illegale Glücksspielaktivitäten. PokerStars zog sich daraufhin aus dem US-Markt zurück.

Der österreichische Spieler wird vom Prozessfinanzierer TOM ORROW unterstützt. Es gibt bereits mehrere Urteile gegen PokerStars. Spielern wurde bei der Rückforderung ihrer Spielverluste ebenfalls Recht gegeben. Gegen PokerStars wurden schon einige Urteile erwirkt.

"Der Fall war außergewöhnlich, da der Verlustbetrag sehr hoch war. Rechtlich gesehen folgte der OGH jedoch der ständigen Judikatur, wonach Spielverluste von Online-Casinos ohne österreichische Lizenz rückforderbar sind. Das gilt laut Rechtsprechung auch für Online-Poker", bestätigt Rechtsanwalt Oliver Peschel.

"Diese Vorgehensweise ist nicht mit den Werten der EU und den Werten eines Rechtsstaats zu vereinbaren. PokerStars spielt auf Zeit und widersetzt sich gerichtlichen Anordnungen. Wir werden alles daran setzten, die Urteile zu vollstrecken und den Spielern und Spielerinnen ihre erlittenen und rechtmäßig zugesprochenen Verluste zurückzuholen", sagt Thomas Sochowksy, Geschäftsführer der TOM ORROW Prozessfinanzierung. Der Anwalt bemüht sich, das Urteil auf Malta durchzusetzen - schließlich handle es sich um einen EU-Staat. Die andere Möglichkeit, die er parallel betreibt: Peschel versucht, das Geld über die Konten der Zahlungsdienstleister zu bekommen.

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