Millionenpleite eines Gastrounternehmens am Wiener Donaukanal

Millionenpleite eines Gastrounternehmens am Wiener Donaukanal
Der Fortbetrieb sei aber nur möglich, wenn es hinsichtlich des Pachtverhältnisses zu Veränderungen kommt, teilt das Unternehmen dem Gericht mit.

Dieses Gastrounternehmen hat ordentliche Verluste geschrieben. Im Geschäftsjahr 2021 betrug der Bilanzverlust 831.000 Euro, im Jahr davor betrug das Minus 225.600 Euro. Jetzt musste das Unternehmen mit 1,668 Millionen Euro Verbindlichkeiten den Weg zum Konkursgericht antreten.

Die Rede ist von der Wiener Gastro-Firma Danube Waterfront GmbH, die am Wiener Donaukanal ein Lokal mit 450 Sitzplätzen betreibt, davon 60 im Innenbereich. Sie hat am Handelsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt.  Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. Die Dienstverhältnisse mit den Mitarbeitern wurden zum Jahreswechsel bereits aufgelöst, nur noch zwei Dienstnehmer werden derzeit beschäftigt.

Das Unternehmen wurde 2020 gegründet. Es handelt sich um einen Gastronomiebetrieb am Standort Obere Donaustraße 84 in Containerform mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern, der verschiedene Food- und Getränkekonzepte saisonal wechselnd am Donaukanal anbietet. „Die gepachtete Betriebsanlage ist zweigeteilt, ein Teil wird nur im Sommer, ein Teil ganzjährig betrieben“, zitiert Creditreform aus dem Insolvenzantrag.

Nach den Streitigkeiten zwischen dem Bestandgeber und dem Vorpächter kam es zu einer verspäteten Übergabe im Februar 2021. Insgesamt wurden für die geplante Neueröffnung 2,3 Millionen Euro investiert. Nach der durch die Folgen der Corona-Pandemie um mehrere Monate verzögerten Eröffnung „sind die Umsätze deutlich hinter den Erwartungen geblieben“. Außerdem kam es zu einem „nur sehr eingeschränkten Zugang zu den Covid-Hilfsmaßnahmen“, es wurden „lediglich die Kurzarbeitshilfe und der Ausfallbonus III in Anspruch genommen“
 

Reduktion der Pacht gefordert

Auch im Vorjahr blieb die Umsatz- und Gewinnentwicklung hinter den Erwartungen zurück. Zugleich sind aber die Kosten für Energie, Waren und Dienstleistungen „unerwartet stark angestiegen“. Im Hinblick auf die Fortführung des Betriebs wäre ein zusätzlicher Kapitalbedarf in Höhe von 661.000 Euro nötig geworden. Doch weder die Gesellschafter noch die finanzierenden Banken konnten den Kapitalbedarf decken. Parallel dazu wurden investorengespräche geführt, die aber zu keinem Erfolg führten.

Daher musste das Unternehmen die Reißleine ziehen und Insolvenz anmelden. Das Unternehmen soll fortgeführt und ein Sanierungsplan abgeschlossen werden. Die Sanierungsquote soll aus dem operativen Geschäft finanziert werden. Sollten die Gewinne aus den operativen Geschäft dafür nicht ausreichen, werden die Gesellschafter „den fehlenden Betrag finanzieren“. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Der Fortbetrieb sei aber nur möglich, wenn es hinsichtlich des Pachtverhältnisses zu Veränderungen kommt, heißt es weiter. So soll der Pachtvertrag auf 20 Jahre verlängert werden und ein verpflichtender Winterbetrieb ausgesetzt werden. Zugleich soll die Verpächterin auf eine Mindestpacht in der Winterperiode verzichtet werden. Außerdem führt das Unternehmen Gespräche mit der Verpächterin via donau über eine Reduktion der Pacht während des Erfüllungszeitraum des Sanierungsplans. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen.

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