© dpa/Jens Büttner

Schmiergeld-Anklage
05/15/2013

Ecclestone drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der Formel-1-Chef soll bayerischem Ex-Bankchef 44 Mio. Dollar gezahlt haben. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe.

von Kid Möchel

Die Tage von Bernie Ecclestone als Chef des Formel-1-Rennzirkus dürften gezählt sein. Denn die Staatsanwaltschaft München I hat laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Anklage gegen den Formel-1-Chef bei Gericht eingebracht. Der 82-jährige Brite steht im Verdacht, Gerhard Gribkowsky, einen früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank, mit 44 Millionen Dollar geschmiert zu haben, damit die Bank ihre Formel-1-Anteile an den Finanzinvestor CVC verkauft.

Dem Vernehmen nach wird Ecclestone schwere Bestechung eines Amtsträgers vorgeworfen, weil die BayernLB im Eigentum des Freistaates steht. Zugleich er soll der „Anstiftung zur Untreue in besonders schwerem Fall“ bezichtigt werden. Der BayernLB soll durch diesen „Deal“ ein Schaden von 40 bis 400 Millionen Dollar entstanden sein. Ecclestone, dem im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahre Haft drohen, weist die Vorwürfe zurück.

„Die Anklageschrift ist der Verteidigung noch nicht zugestellt worden. Eine Stellungnahme verbietet sich daher“, teilte sein Düsseldorfer Strafverteidiger Sven Thomas dem KURIER mit. „Herr Ecclestone hat sich weder einer Bestechung noch einer Teilnahme an einer Untreue schuldig gemacht.“ Auch der Münchner Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch bestätigt nur, dass das Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist. Nun liegt der Ball beim Landgericht München, das über die Zulassung der Anklage entscheiden muss.

Schwer belastet

Indes wird der Formel-1-Boss von Gribkowsky schwer belastet. Der Ex-Banker hatte im Juni 2012 vor Gericht eingestanden: „Ja, es war Schmiergeld und ich hätte es versteuern müssen.“ Ecclestone habe zu ihm gesagt: „Wenn du mir hilfst, die Formel 1 zu kaufen, beschäftige ich dich als Berater.“ Da hätte es bei ihm, Gribkowsky, „im Kopf klick gemacht“. Der Rest ist bekannt. Indes drehte der Brite den Spieß um: Er sei vom Bayern-Banker erpresst worden, heißt es in einer früheren Stellungnahme. Auch habe er nicht gewusst, dass der BayernLB-Vorstand ein Amtsträger sei. Gribkowsky fasste achteinhalb Jahre Haft aus. Er hat „sein Vermögen“, das er in einer österreichischen Privatstiftung bunkerte, zur Wiedergutmachung der BayernLB übertragen. Sein Verteidiger Daniel Amelung rechnet damit, dass Gribkowsky noch heuer in den „offenen Strafvollzug“ kommt. Dann kann der Ex-Banker, der seit Jänner 2011 in Haft ist, tagsüber beim Baukonzern Strabag in München jobben. Strabag-Boss Hans Peter Haselsteiner hilft dem Ex-Strabag-Aufsichtsrat bei der Resozialisierung.

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