Kika/Leiner: 1034 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet

Kika/Leiner: 1034 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet
Das AMS unterstützt die betroffenen Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Jobs und rechnet mit weiteren Kündigungen.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) hat anlässlich der Großpleite der Möbelkette Kika/Leiner heute AMS-Chef Johannes Kopf und Wolfgang Pfabigan, Geschäftsführer des Insolvenzentgeltfonds (IEF), zu einem Runden Tisch ins Ministerium geladen. Auch Vertreter der Sozialpartner nehmen teil. Im Fokus steht die Frage, wie die von der Pleite betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich bei der Jobsuche unterstützt werden können.

Ziel sei es, dass die Mitarbeiter, die nun ihren Job verlieren, "möglichst rasch wieder eine Arbeit finden", sagte Kocher. Zu diesem Zweck sei diese Woche das Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) aktiviert worden. Damit könne man idealerweise schon vermitteln, bevor demnächst offiziell die Kündigungen ausgesprochen werden. Beim Frühwarnsystem des AMS wurden 1034 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet, die werde dann zum 20. Juli erst stattfinden. Von den 1.034 Betroffenen entfallen 233 Personen auf OÖ, 182 Personen auf NÖ, 166 auf die Steiermark und 155 auf Tirol.

"Wir gehen davon aus, dass viele Mitarbeiter direkt einen Wechsel in ein anderes Unternehmen schaffen werden, vieles wird durch Vermittlung gelingen", sagt Kopf. Es gehe auch darum, möglichst gleichwertige Jobs zu finden. Im Handel mit Möbeln und Teppichen gebe es 1.700 offene Stellen. Auch der Mitbewerber XXXLutz habe angekündigt, Kika/Leiner-Mitarbeiter übernehmen zu wollen. Hinsichtlich des ursprünglich angekündigten Abbaus von rund 1.900 Jobs sagte Kopf, dass er damit rechne, von Kika/Leiner noch eine zweite Frühwarnung ans AMS zu erhalten. Dennoch sei er optimistisch, dass es "am Schluss nicht so viele werden, wie es ursprünglich geheißen hat".

Im Zuge der Sanierung der angeschlagenen Möbelkette sollen 23 der 40 Standorte in Österreich geschlossen werden. Zugutekommen könnte dem damit vor der Kündigung stehenden Personal die Situation am Arbeitsmarkt: Im Mai waren beim AMS gut 117.000 offene Stellen registriert, Tausende davon im Handel. Außerdem signalisierten zuletzt zahlreiche heimische Unternehmen ihre Bereitschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kika/Leiner bei sich aufzunehmen.

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