Immobilienpleite IMFARR: Sanierungsplan mehrheitlich angenommen

117 Gläubiger haben Forderungen in der Gesamthöhe von rund 767,7 Millionen Euro angemeldet.
Das Wort „insolvent“ ist durch ein Loch in einem grünen Blatt Papier sichtbar.

Vor drei Monaten ist das Verfahren eröffnet worden, heute, Donnerstag, hat die entscheidende Sitzung am Handelsgericht Wien stattgefunden. Der den Gläubigern in der Sanierungsplantagsatzung unterbreitete Sanierungsplanvorschlag der Immobilienentwicklungsunternehmens IMFARR Beteiligungs GmbH wurde mit großer Mehrheit angenommen. Damit soll der Fortbestand gesichert werden. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 20 Prozent, davon 5 Prozent in Form einer raschen Barquote, die weiteren 15 Prozent bis zum 30.06.2025. "

Horrende Schulden

"Die Finanzierung der Sanierungsplanquote von 20 Prozent wird nur dann möglich sein, wenn wesentliche Großgläubiger mit ihren Forderungen rückstehen", so Jürgen Gebauer vom KSV1870.

Laut Creditreform haben 117 Gläubiger Forderungen in der Gesamthöhe von rund 767,7 Millionen Euro angemeldet. Rund 572,9 Millionen Euro wurden vom Insolvenzverwalter anerkannt. Würden tatsächlich die gesamten anerkannten Forderungen zur Berechnung der Quote herangezogen werden, würde das Quotenerfordernis 114,58 Millionen Euro betragen.

„Mit der Annahme des Sanierungsplans hat das Schuldnerunternehmen einen ersten wichtigen Schritt zu einer erfolgreichen Sanierung getätigt. Es bleibt noch die Bestätigung durch das Handelsgericht Wien abzuwarten, ehe das Insolvenzverfahren in weiterer Folge aufgehoben werden kann“, so Gebauer.

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"Bei konkursmäßiger Abwicklung (im Falle der Ablehnung des Sanierungsplans) hätten die Gläubiger jedenfalls mit keiner wirtschaftlich relevanten Quote rechnen können", so der AKV.

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