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FMA gegen Staudinger
12/06/2012

Finanzrebell: Zahle Darlehen nicht zurück

Der Waldviertler Unternehmer bleibt im Streit mit der FMA hart. Gegen den Strafbescheid der Behörde will er berufen.

Der Waldviertler Finanzrebell Heini Staudinger will im Streit mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) um unerlaubte Bankgeschäfte "hart bleiben", wie er es am Donnerstag in einer Pressemitteilung selbst ausdrückte. Er werde die drei Millionen Euro, die ihm Freunde und Kunden geborgt haben, nicht zurückzahlen und "wie von den Darlehensgebern gewünscht für weitere Investitionen der Waldviertler Werkstätten einsetzen."

Der GEA-Schuhhändler hat von der FMA eine Strafe von 2.000 Euro wegen unerlaubter Bankgeschäfte aufgebrummt bekommen. Weiters muss er die Kosten des Verwaltungsstrafverfahrens in Höhe von 200 Euro übernehmen. Den entsprechenden Strafbescheid vom 30. November hat Staudinger sogar ins Internet gestellt, er will dagegen beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) berufen.

Auch ein zweiter blauer Brief ist beim Vertreiber der "Waldviertler"-Schuhe eingetrudelt. Darin ordnet die FMA an, dass Staudinger seine Darlehen bis zum 11. Jänner 2013 zurückzahlen soll. Tut er das nicht, droht ihm eine Zwangsstrafe von 10.000 Euro. Staudinger denkt nicht im Traum daran, von seinem Finanzierungsmodell ("Crowd Funding") abzulassen, wie er heute bekräftigte. Schließlich habe noch "kein einziger" Darlehensgeber sein Geld zurückgefordert - obwohl der Konflikt mit der FMA seit nunmehr sieben Wochen "in aller Öffentlichkeit" sei.

Rückzahlung auf Wunsch

Wenn gewünscht, würde er das Geld natürlich "umgehend" retournieren, versprach er. Gegen die FMA-Anordnung will der GEA-Chef Beschwerden beim Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof (VwGH, VfGH) einbringen.

Für Freitag ruft Staudinger zu einer Demo vor dem Parlament statt. Um 14 Uhr will er Nationalratspräsidentin Barbara Prammer seine parlamentarische Bürgerinitiative zur Abänderung des Bankwesengesetzes (BWG) übergeben. Staudinger hat nach Eigenangaben tausende Unterschriften gesammelt. Die Forderung: Betrieben oder sozialen Organisationen soll es erlaubt werden, selbst Darlehen für ihre Projekte entgegenzunehmen.

Für die Demonstration haben sich u. a. der Kabarettist Roland Düringer und der Schremser Bürgermeister Reinhard Österreicher angekündigt. Und der "Weltenwanderer" Gregor Sieböck marschiert aus Protest von Schrems nach Wien.

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