Waldviertler Schuhwerkstatt, Schrems, Heini Staudinger, FMA, Bescheid erhalten

© Jürgen Zahrl

FMA gegen Staudinger
12/04/2012

Schuhrebell muss 2000 Euro Strafe zahlen

Die FMA erließ zwei Bescheide gegen GEA-Chef Staudinger. Seine Reaktion: "Das Geschenk bekämpfen wir".

von Jürgen Zahrl, Robert Kleedorfer

Jeder andere Unternehmer würde sich darüber ärgern. Heinrich Staudinger, der rebellische Waldviertler Schuherzeuger, freut sich über zwei Bescheide der Finanzmarktaufsicht. Er wird von der FMA aufgefordert, sein Finanzierungsmodell einzustellen und eine Strafzahlung inklusive Spesen von 2000 Euro zu berappen. Staudinger denkt nicht daran. Ihm kommt sogar ein Lächeln aus, als er die per Post zugestellten Schriftstücke vor den Augen des anwesenden KURIER-Redakteurs liest.

„Das ist wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Endlich gibt es Dokumente, gegen die wir in die Berufung gehen können. Und wenn es nötig ist, bis zum Höchstgericht“, schildert Staudinger, der seine Marschroute klar definiert hat. Er gibt sich kämpferisch, weil er von einem – wie er selbst sagt – „juristischen Powerteam“ unterstützt wird, das sich gerade Strategien überlegt.

Unterlassung

Ein Bescheid umfasst die Strafzahlung beziehungsweise eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag. Im Unterlassungsbescheid wiederum wird der Schuhrebell aufgefordert, die mehr als drei Millionen Euro an die privaten Geldgeber zurückzugeben. „Ich denke nicht daran. Die FMA will meine Anleger schützen, obwohl sie jetzt nochmals ausdrücklich gesagt haben, dass sie keinen Cent zurückhaben wollen. Sie zeigen sich jetzt erst recht solidarisch“, freut sich Staudinger. Was der FMA nicht gefällt, ist die Finanzierung seines Unternehmens GEA, das Schuhe und Möbel herstellt. Staudinger hat sich bei privaten Sparern mehr als drei Millionen Euro ausgeborgt, um Fotovoltaikanlagen und Lagerräume errichten zu können. Er verspricht dafür vier Prozent Verzinsung. Das ist für die FMA eindeutig ein Bankgeschäft, für das er eine Konzession braucht. „Wenn ich eine Bank wäre, würde ich kein Geld von Privaten bekommen. Die Leute haben einfach kein Vertrauen mehr in ein Geldinstitut“, betont Staudinger. Er bleibt stur, weil er eine Gesetzesnovelle erzwingen will, mit der eine private Finanzierung mittels Bürgerbeteiligungsmodellen einfacher und günstiger möglich sein soll.

Fortsetzung

Schon am kommenden Freitag ist das nächste Kapitel im Streit gegen die FMA geplant. Dann will der Rebell Parlamentspräsidentin Barbara Prammer eine Bürgerinitiative zur Abänderung des Bankwesengesetzes (BWG) übergeben. „Ich habe schon weit über 6000 Unterschriften.“ Zudem möchte er die Transparenz seines Betriebs mit einer detaillierten Bilanz erhöhen und jährlich eine Art Hauptversammlung für alle Anleger organisieren. Zudem peilt er für Jänner einen Termin mit WKÖ-Chef Christoph Leitl bei der FMA an.

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