Das Ende einer Ära: Domino's Pizza verlässt Österreich
Pizza-Experiment zeigt: Langsamer essen, länger satt
Es ist das Ende eines amerikanischen Pizza-Traums in Österreich: Domino's Pizza, die weltweit bekannte Lieferdienst-Kette, zieht sich vollständig vom österreichischen Markt zurück. Mit 31. Mai 2026 werden alle zehn Standorte in Wien geschlossen – nur fünf Tage bleiben den Fans noch, um ein letztes Mal bei der Kette zu bestellen.
Emotionale Abschiedsbotschaft
"Liebe Domino's Fans, leider müssen wir euch mitteilen, dass alle Pizzen aufgegessen wurden", heißt es in der überraschenden Mitteilung des Unternehmens, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Mit einem Pizza- und Herz-Emoji versehen, bedankt sich das Team für "eure Unterstützung, eure Bestellungen und all die gemeinsamen Pizza-Momente in den letzten Jahren." Bis zum Stichtag am 31. Mai will man "weiterhin wie gewohnt" für die Kunden da sein – ein schwacher Trost für die treuen Fans der Marke.
Kurze Geschichte in Österreich
Der Markteintritt von Domino's in Österreich begann im November 2017 mit großen Ambitionen. Die erste Filiale eröffnete im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf auf der Angerer Straße. Betrieben wurde das österreichische Geschäft von der Daufood Austria GmbH als lokaler Franchise-Partner.
In den folgenden Jahren expandierte die Kette auf insgesamt zehn Standorte – allerdings ausschließlich in der Bundeshauptstadt Wien. Filialen in Favoriten (Favoritenstraße 88-90), am Kagraner Platz, in der Klosterneuburger Straße und an weiteren Standorten versorgten die Wienerinnen und Wiener mit amerikanischer Pizza nach Domino's-Rezeptur.
Besondere Angebote blieben erfolglos
Mit frischen Zutaten, frischem Teig und Aktionen wie der täglichen "Happy Hour" von 17 bis 20 Uhr mit 30 Prozent Rabatt versuchte Domino's, sich am hart umkämpften Wiener Pizza-Markt zu etablieren. Auch ein Studentenrabatt und die Möglichkeit, über die eigene App individuelle Pizzen zu kreieren, sollten junge Zielgruppen ansprechen.
Bestellungen waren nicht nur über die eigene Website dominos.at und die Domino's-App möglich, sondern auch über Lieferplattformen wie Lieferando und Foodora.
Harter Wettbewerb am Wiener Markt
Doch offenbar reichte dies nicht aus, um sich dauerhaft gegen die etablierte Konkurrenz durchzusetzen. Der Wiener Pizza-Markt gilt als besonders kompetitiv – neben zahlreichen italienischen Restaurants und lokalen Pizzerien konkurrieren hier auch andere internationale Ketten und österreichische Lieferdienste um die Gunst der Kunden.
Die Beschränkung auf Wien und das Ausbleiben einer Expansion in andere österreichische Bundesländer deuten darauf hin, dass das Geschäft nie die erhofften Dimensionen erreichte.
Weltweit über 10.000 Standorte
Während Domino's in Österreich scheitert, betreibt die 1960 in Ypsilanti, Michigan, gegründete Kette weltweit mehr als 10.000 Filialen in über 65 Ländern. Das Unternehmen gilt als einer der größten Pizza-Lieferdienste der Welt und expandiert weiterhin in neue Märkte. Der Rückzug aus Österreich ist somit eine Ausnahme – und ein deutliches Zeichen dafür, dass auch globale Fast-Food-Giganten nicht in jedem Markt erfolgreich sein können.
Letzte Chance für Pizza-Fans
Für Domino's-Liebhaber in Wien bleiben nur noch wenige Tage, um sich ein letztes Mal ihre Lieblingspizza liefern zu lassen. Ab 1. Juni 2026 wird die amerikanische Pizza-Kette dann Geschichte in Österreich sein.
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