Saftige Millionenpleite eines bekannten Gourmet-Restaurants

Von der Insolvenz sind laut KSV1870 und AKV 47 Dienstnehmer und rund 100 Gläubiger betroffen.
Symbolfoto

Der steirische Gastronomie- und Hotelbetrieb Fürgast Betriebsgastronomie GmbH mit Sitz in Seiersberg-Pirka, bekannt unter dem Namen „Das Grambacher“, hat am 27. April 2026 beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Von der Insolvenz sind laut KSV1870, AKV und Creditreform 47 Dienstnehmer sowie rund 100 Gläubiger betroffen.

Die Insolvenzursachen

"Laut Eigenantrag sind die Insolvenzursachen auf die unvorhersehbare Steigung der Baukosten des Hotels und den ungeplanten Anstieg der Fremdfinanzierungskosten zurückzuführen. Hinzu kamen Schadensfälle aus Diebstahl und einem Einbruch, bei denen in Summe Schäden von rd. EUR 200.000,00 entstanden. Eine Änderung des relevanten Kollektivvertrags im Jahr 2024 führte zudem zu gesteigerten Personalkosten, die gemeinsam mit den übrigen Faktoren nicht vollständig abgefedert werden konnten", os Creditreform. "Nachdem die Deckungsbeiträge bei den Werkskantinen laufend schlechter wurden, weil die Unternehmen die bekocht wurden immer weniger Dienstnehmer vor Ort hatten, wurden Restrukturierungen und Einschränkungen im Kantinenbetrieb durchgeführt. Diese waren aber mit Kosten verbunden, die aus den Umsätzen der übrigen Betriebsbereiche kompensiert werden mussten." 

Schulden und Vermögen

Das Unternehmen weist laut Antrag Passiva von rund 11,4 Millionen Euro gegenüber Aktiva von etwa 7,4 Millionen Euro zu Liquidationswerten auf. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Hamdi El Manchi, alleinige Gesellschafterin ist die El Manchi Holding GmbH.

Sanierungsplan sieht 20-Prozent-Quote vor

Im Rahmen des Sanierungsverfahrens bietet die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH den Insolvenzgläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von 24 Monaten ab Annahme des Plans.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten beabsichtigt das Unternehmen, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Nach Angaben der Schuldnerin weisen alle vier Unternehmensbereiche jeweils einen positiven Deckungsbeitrag auf, sodass im Fortbetrieb Überschüsse erwirtschaftet werden könnten.

Insolvenzverwalter prüft Fortführung

Die Gesellschaft wurde im Jahr 2016 gegründet, wobei das zuvor bestehende Einzelunternehmen von Hamdi El Manchi eingebracht wurde. Ob die geplante Fortführung tatsächlich im Interesse der Gläubiger liegt, wird nun Gegenstand der Prüfung durch den noch zu bestellenden Insolvenzverwalter sein.

„Der zu bestellende Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann“, erklärt Julia Liszt vom KSV1870.

Ob dem Betrieb eine nachhaltige Sanierung gelingt, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden.

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