Michael Tojner

© Kurier/Deutsch Gerhard

Wirtschaft
02/23/2021

Brisant: Wieder Razzia bei Investor Tojner

Die Staatsanwaltschaft erhöht den Druck, dritte Durchsuchungsrunde wegen dubioser Immobiliendeals

von Kid Möchel, Ida Metzger, Dominik Schreiber

Der Wirtschaftskrimi um dubiose Immobilien-Deals des Investors Michael Tojner ist um eine Facette reicher. Laut KURIER-Recherchen hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am 10. Februar 2021 erneut zwei Hausdurchsuchungen bei Tojner durchgeführt. Es geht nach wie vor um die früheren gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Gesfö, Riedenhof und Pannonia.

Sein Anwalt Karl Liebenwein bestätigt die Razzia. „Im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen gegen derzeit 35 Personen gab es bereits zum wiederholten Mal Hausdurchsuchungen an verschiedenen Standorten. Wir wollen festhalten, dass wir den ermittelnden Behörden in jeder Phase die freiwillige Beistellung aller gewünschten Unterlagen und Daten angeboten haben“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Verteidiger. „Unser Mandant hat größtes Interesse, die Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären – immerhin liegt die Anzeige des Landes Burgenland bereits mehr als zwei Jahre zurück.“ Insgesamt war es bereits die dritte Razzien-Runde bei Tojner.

Zur Erinnerung: Tojner soll sich mit Hilfe von verschiedenen Treuhändern und angeblichen Strohmännern die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Gesfö, Riedenhof und Pannonia unter den Nagel gerissen und ganz bewusst auf die Aberkennung der Gemeinnützigkeit abgezielt haben, um später mit dem Verkauf hunderter Sozialwohnungen hohe Gewinne zu lukrieren.

Schwere Geschütze

Auslöser der Ermittlungen waren drei Anzeigen vom burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wegen des Verdachts der Untreue und des schweren Betrugs.

Das Land behauptet, dass es in den Gemeinnützigkeitsaberkennungsverfahren viel zu niedrige Abschlagszahlungen erhalten habe. Der Schaden wird mit bis zu 100 Millionen Euro beziffert. Tojner bestreitet die Vorwürfe.

Bereits am 25. Juni 2019 hatte die WKStA an 50 Standorten, darunter in Tojners Wiener Konzernzentrale, Razzien durchgeführt. Am 22. Juli des Vorjahres gab es weitere Durchsuchungen. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft auch Immobilienvermögen Tojners im Wert von rund 140 Millionen Euro beschlagnahmt.

Laut Aktenlage wird Tojner vom einem früheren Treuhänder und auch vom Immobilienunternehmer Günter Kerbler belastet, dem er eine Reihe von Liegenschaften aus dem Portfolio der Wohnbaugesellschaften Riedenhof und Gesfö verkaufte. Durch die Aussagen Kerblers soll sich der Verdacht „gegen eine Personengruppe um Tojner“ massiv erhärtet haben“, heißt es im Bericht der Ermittler.

„Grobe Fehler gemacht“

„In der Zwischenzeit hat auch der burgenländische Landesrechnungshof (LRH) die Vorwürfe rund um den Entzug der Gemeinnützigkeit von Wohnbauunternehmen detailliert geprüft und kommt in seinem Bericht zum Schluss, dass das Land Burgenland im eigenen Verantwortungsbereich grobe Fehler gemacht hat“, kontert Anwalt Liebenwein. „Wir sind zuversichtlich, dass die Ermittlungen zügig abgeschlossen werden können.“

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