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Wirtschaft
01/03/2022

Bauprojekte: "Billiger wird es nicht"

Im Vergleich zum Jahresende 2020 wurde das Bauen 2021 um durchschnittlich 13 Prozent teurer. CO2-Bepreisung und Russland-Politik bringen wohl auch in Zukunft höhere Baumaterialkosten.

von Anita Kiefer

Wer kann sich private Bauprojekte noch leisten? Stahlpreise, Bauholz, Dämmmaterialien, Kunststoffe – es gibt wenige Baumaterialien, die 2021 nicht knapp waren. Und knapp heißt auch: teurer.

13 Prozent betrug im Vorjahr die durchschnittliche Preissteigerung bei Baukosten, schätzt Robert Jägersberger, Bauinnungsmeister der Wirtschaftskammer Österreich. Davon trägt einen Großteil der Anstiege der Bereich Baumaterialien.

Grundsätzlich teilen sich Baukosten ca. zu gleichen Teilen in Lohn- und Materialkosten. Während es bei den Löhnen eine Erhöhung entlang der Inflation von rund zwei Prozent gab, sind Baumaterialien im Durchschnitt 25 Prozent teurer geworden. Auch hier kann die Steigerung je nach Material deutlich abweichen.

Bessere Verfügbarkeit

Sprunghaft angestiegen sind die Preise 2021 ungefähr ab März. Ab September habe es eine Entspannung der Anstiege auf ein moderates Niveau gegeben, Steigerungen gebe es aber weiter, sagt Jägersberger. Die Verfügbarkeit der Materialien hat sich auch verbessert. Aber: „Just-in-time-Lieferungen gibt es nicht mehr.“ Es gebe aber auch noch ein zweites Phänomen: die gute Auftragslage und Bauproduktion.

Auftragsbücher gefüllt

„Auch deswegen gibt es höheren Materialaufwand.“ Daraus ergeben sich weiter längere Lieferzeiten. Die Auftragsbücher seien auch für 2022 gut gefüllt, so der Bauinnungsmeister. Fakt ist aber auch: „Billiger wird es nicht.“

Denn 2022 käme auch die CO2-Bepreisung dazu. Was man aber nicht vergessen dürfe: die Wertsteigerung einer Immobilie. Eine Immobilienblase sieht er aktuell nicht.

Prognose für Bauholz

Dann ist da auch noch das Bauholz. Hier gab es mehrere Phänomene, die zu den hohen Preissteigerungen im vergangenen Jahr führten, etwa der erhöhte Bedarf sowie das Überangebot aus den Jahren davor. „Angebot und Nachfrage sollten jetzt, bis auf einzelne Produkte, ausgeglichen sein“, sagt Herbert Jöbstl, Obmanns des Fachverbandes der Holzindustrie. Auch die Preise hätten sich im dritten Quartal stabilisiert. Im vierten seien die Indizes nach unten gegangen.

Planung besser

Für 2022 gibt es am globalen Holzmarkt Fragezeichen. Etwa: Was aufgrund des russischen Exportstopps von Rohmaterial auf Europa zukommt, lasse sich noch nicht prognostizieren. „Es wird kein Rundholz von Russland nach Österreich geliefert, aber sehr viel Rundholz von Russland nach China.“ Wenn China die Mengen an Rohstoff nicht bekommt, dann werde von dort „auch mehr Schnittholz gekauft. Das kann Effekte auf uns haben.“

Wie es mit den Preisen also weitergeht, lasse sich nur schwer prognostizieren. In den USA würden die US-Futures „enorm nach oben“ zeigen, vor allem wegen der Waldbrände und Unwetter in Kanada und den Importzöllen für kanadisches Holz in den USA. „Wie sich das auf Europa auswirken wird, ist schwer zu sagen.“ Einen großen Vorteil gebe es heuer: „Wir sind mit der Planung besser dran als im vergangenen Winter. Ich bin überzeugt, dass es nicht mehr zu diesen Knappheiten kommt. “

Gesamtproduktion über 2020

Dass die Sägeindustrie um Weihnachten niedrige Auslastung und mancherorts Kurzarbeit hatte, kann Jöbstl nicht bestätigen. Sehr wohl werde aber „hier und da weniger produziert oder einzelne Schichten reduziert“. Außerdem gebe es oft verlängerte Weihnachtsferien. Angesichts der hohen Produktionsmengen im ersten Halbjahr sei das nicht überraschend. „Insgesamt werden wir 2021 etwas mehr produziert haben als die Jahre davor.“

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