Wie sich Pasta auf Ihr Gewicht auswirkt

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Foto: Getty Images/iStockphoto/Boarding1Now/iStockphoto Eingebunden in eine mediterrane Ernährungsform sind Nudeln keine Dickmacher

Laut italienischer Studie positiv - doch ganz so einfach ist es leider nicht.

Die Pressemitteilung zu der Studie klingt verheißungsvoll: "Pasta lässt Sie nicht dick werden – ganz im Gegenteil." Italienische Wissenschaftler (mit sicher positiver Pasta-Grundsteinstellung) haben Beobachtungsdaten von 23.000 Erwachsenen aus zwei großen Studien ausgewertet und im Fachjournal Nutrition and Diabetes veröffentlicht. Regelmäßiger Pasta-Konsum ging dabei tendenziell mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für starkes Übergewicht einher.

"Gerade Menschen, die abnehmen wollen, streichen oft Pasta komplett aus ihrem Speiseplan", sagt Studienautor George Pounis. "Aber aus Sicht unserer Daten ist das nicht richtig." Doch er betont auch: Dies gelte dann, wenn der Teigwarenkonsum einerseits moderat ist und zweitens in Kombination mit allen anderen Elementen einer mediterranen Ernährungsform stattfindet – also etwa auch viel Gemüse bzw. Hülsenfrüchte.

Schlecht und gut

Damit widerspricht Pounis allerdings der Erfahrung vieler Abnehmwilliger: "Wer ,schlechte‘ Kohlenhydrate – zum Beispiel weiße Nudeln und Weißbrot – reduziert, tut sich beim Abnehmen, besonders in der Anfangsphase, oft leichter", sagen die Ernährungswissenschafterinnen Sabine Bisovsky und Eva Unterberger von essenziell.at. Denn diese führen zu Insulinspitzen, der Blutzuckerspiegel sinkt rasch ab – Hungergefühl entsteht. "Bei ,guten‘ , ballaststoffreichen Kohlenhydratlieferanten wie Vollkornbrot, Bohnen und Linsen ist die Insulinausschüttung deutlich langsamer."

Assorted pasta composition Foto: Getty Images/iStockphoto/FotografiaBasica/iStockphoto "Weil sich zu Beginn bei Low Carb der Abnehmerfolg rascher einstellt, fällt diese Methode vielen Menschen leichter", sagt auch Ernährungswissenschafterin Katrin Mittl vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Aber langfristig ist das schwer durchzuhalten und viele tun sich dann auf Dauer leichter, mit einer kalorienreduzierten gesunden Mischkost abzunehmen – vor allem ist das auch gesünder."

"In zwei großen Übersichtsstudien zeigte sich nach sechs Monaten ein stärkerer Gewichtsverlust bei den "Low-Carb-Methoden im Vergleich zu fettarmen Diätprogrammen", so Unterberger und Bisovsky. "Nach zwölf Monaten war in einer Übersichtsarbeit kein Unterschied mehr zur konventionellen Diät feststellbar. In der zweiten Übersichtsarbeit war der ,Vorsprung‘ von Low-Carb auf Low-Fat von vier Kilogramm auf nur mehr ein Kilogramm geschrumpft."

Am besten Vollkornnudeln

Die unabhängige Infoplattform medizin-transparent.at weist daraufhin, dass kohlenhydratarme Diätprogramme, die nur Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index beschränken (z. B. gekochte Erdäpfel, Weißmehl, Zucker), die bessere Wahl sind: "Einer systematischen Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration zufolge ist eine Gewichtsabnahme mithilfe von Diäten mit Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Index (Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Anm.) zumindest über sechs Monate etwas erfolgreicher als andere Diätmethoden." Für die Pasta heißt das: Vollkornnudeln sind zum Abnehmen die Besten.

(kurier) Erstellt am
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