Wellness
05.04.2017

Wie lange der Nachmittagsschlaf dauern darf

Was der ein oder andere bereits seit langem vermutet, wurde nun wissenschaftlich belegt: Nickerchen machen glücklich. Doch es gibt einen Haken.

Guter, gesunder Schlaf hat eine ganze Reihe positiver Effekte auf die Gesundheit. Darunter ein verbessertes Konzentrationsvermögen und Sexleben sowie ein niedrigeres Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Übergewicht.

Das Nickerchen am Nachmittag scheint der Nachtruhe in Nichts nachzustehen, wie Forscher der britischen Universität von Hertfordshire nun belegen konnten. Damit nicht genug: Sie empfehlen Arbeitgebern sogar ihren Mitarbeitern den Erholungsschlaf am Nachmittag zu ermöglichen.

Frühere Forschungen hätten gezeigt, dass Nickerchen unter 30 Minuten die Konzentration fördern, produktiver machen und kreative Einfälle begünstigen, erklärt Richard Wiseman, britischer Psychologe und Leiter der Psychologie-Abteilung an der Universität von Hertfordshire. "Die neuen Erkenntnisse legen verlockenderweise zudem nahe, dass man durch kurze Schläfchen glücklicher wird", so Wiseman.

Im Zuge der Erhebung wurden 1.000 Personen mittels Fragebogen unter anderem zu ihren Nickerchen-Gewohnheiten befragt. Es zeigte sich, dass Nachmittagsschläfer signifikant glücklicher sind. Sogar mit einer passenden Wortkreation können die Wissenschafter aufwarten: "napiness", aus den englischen Wörtern "nap" (Nickerchen) und "happiness" (Glücksempfinden), beschreibt das gesteigerte Wohlbefinden durch den Nachmittagsschlaf.

Nicht zu lange einnicken

Vorsicht ist dennoch geboten: Längere Nickerchen (über 30 Minuten) können Studien zufolge gesundheitlichen Schaden anrichten – und offenbar auch das Wohlbefinden beeinträchtigen: Während 66 Prozent jener Menschen, die nachmittags kurz einnicken, über ein gesteigerten Wohlbefinden berichten, ist dies nur für 56 Prozent der Langschläfer zutreffend.

Kürzere Nickerchen sind laut der Studie übrigens bei älteren Semestern beliebter. Nur 30 Prozent der über 50-Jährichen schlafen nachmittags länger als eine halbe Stunde, unter den 18- bis 30-Jährigen steigt dieser Wert auf 43 Prozent.