Im Netz wird Hi Smile fleißig beworben.

© Instagram/Hi Smile

Hi Smile: Warum dieses Bleaching-Spielzeug Unsinn ist

Hi Smile: Warum dieses Bleaching-Spielzeug Unsinn ist

Eine Bleaching-Schiene mit LED-Beleuchtung wird derzeit auf Social Media gehypt. Warum man die Finger davon lassen sollte, erklärt eine Zahnärztin.

05/11/2017, 04:45 AM

Leicht anzuwenden, sicher und wirksam: So wird Hi Smile, das neue Trendprodukt der Bleaching-Industrie, beworben. Dabei handelt es sich um eine flexible Gummi-Schiene, die mit Weißmacher-Gel gefüllt und in den Mund gesteckt wird. Dann kommt ein LED-Licht zum Einsatz, welches den Bleaching-Effekt verstärken soll. Nach zehn Minuten ist die Eigenbehandlung vorüber, nach sechs Anwendungen verspricht der Hersteller Zähne, "die um bis zu acht Weißstufen heller sind".

Dem Zahn selbst soll dabei angeblich kein Schaden zugefügt werden, heißt es auf der Homepage: "Natriumhydrogencarbonat stellt sicher, dass das Zahnwhitening-Gel einen hohen pH-Wert hat. Das sorgt dafür, dass der Zahnschmelz nicht beschädigt wird und keine Erosionen entstehen, und das bei maximalen Ergebnissen." Damit nicht genug: Das transparente Gel soll die Zähne auch vor künftigen Verfärbungen schützen, durch Kaffee, Rotwein oder Rauchen.

Gefährliche Promi-Werbung

Das rosarote, hippe Packaging des Produkts tut sein Übriges dazu, dass Hi Smile auf Instagram und Co. von Bloggern, Models und Promis wie Kylie Jenner rauf unter runter beworben wird.

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Finger weg, rät die Expertin

Dass die Bewerbung derartiger Produkte in einem harmlosen Lifestyle-Kontext äußerst bedenklich ist, weiß Zahnärztin Barbara Tiani: "Was die Zähne bei dem Produkt weißer machen soll, ist das enthaltene Natriumcarbonat. Das ist jene Substanz, die auch für den Weißmachereffekt verantwortlich ist, den man Backpulver oder Zitronensaft oft fälschlicherweise nachsagt."

Geworben werde bei Hi Smile außerdem damit, dass äußere Beläge entfernt werden, "die können jedoch nur im Zuge einer professionellen Reinigung beim Zahnarzt entfernt werden oder indem man den Zahn oberflächlich 'abschmirgelt'", weiß die oberösterreichische Zahnärztin mit Praxis in Wien. Letzteres sei für den Zahn alles andere als gesund. Überempfindlichkeiten am Zahn und am Zahnfleisch können die Folge sein. Liegen bereits freiliegende oder schmerzempfindliche Zähne vor, ist von solchen Produkten generell streng abzuraten, mahnt Tiani.

Besondere Vorsicht ist bei Kronen oder Füllungen geboten, denn diese würden oft nicht entsprechend mitaufgehellt: "Es besteht also die Gefahr, dass man am Ende einen schönen Zahnfleckerlteppich im Mund hat", erklärt Tiani.

Der Traum vom günstigen Zahnbleaching ohne Nebenwirkungen, wie auch viele andere Hersteller es seit Jahren anpreisen, sei der Zahnmedizinerin zufolge also weiterhin nur bedingt umsetzbar.

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