Wellness 27.02.2018

Was Frauen mit starker Regelblutung wissen sollten

Starke Monatsblutung kann zu Eisenmangel führen. © Bild: Getty Images/iStockphoto/g-stockstudio/iStockphoto

Auch bei langer Menstruation oder verkürztem Intervall zur nächsten Regel sollte auf die Blutwerte geachtet werden.

Viele Frauen leiden unter einer besonders starken Monatsblutung. Dies ist aber nicht nur unangenehm und für manche auch schmerzhaft, sondern kann auch das Risiko für einen Eisenmangel erhöhen. Denn während der monatlichen Regelblutung verliert eine Frau zwischen fünf und 80 Milliliter Blut. Das entspricht einem Eisenverlust von 2,5 bis 40 Milligramm.

Zum Vergleich: Über die Nahrung aufgenommen werden in der Regel täglich zehn bis 15 Milligramm, davon verwertet werden können etwa zehn Prozent, also 1,5 Milligramm. Das entspricht etwa der Menge, die täglich benötigt wird. Der normale Eisenbedarf kann also bei ausgewogener Ernährung gedeckt werden. Bei starker Monatsblutung ist der Eisenverlust allerdings höher als die Eisenzufuhr. Auf Dauer werden so die Eisenspeicher geleert, es kann zu einem Eisenmangel kommen.

Schleichender Eisenverlust

Besonders betroffen von starken Blutungen sind Frauen zu Beginn der Menstruation und Frauen reiferen Alters, bei denen sich die Wechseljahre ankündigen. Neben besonders starker Menstruation haben auch Frauen mit einer Regelblutung, die länger als sieben Tage dauert oder bei denen das Regelintervall auf unter 25 Tage verkürzt ist, ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel.

Viele Frauen merken den schleichenden Eisenverlust nicht. Erst wenn mögliche Folgen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, brüchige Nägel, Haarausfall und Konzentrationsprobleme auftreten, werden sie aufmerksam. „Viele Frauen unterschätzen, wie hoch ihr Blutverlust durch die Menstruation tatsächlich ist. Und sie überschätzen häufig die Möglichkeiten der Eisenaufnahme über die Nahrung“, erklärt Doris Gapp, Ärztin für Allgemeinmedizin und Spezialistin für Eiseninfusionstherapien bei Woman & Health in Wien.

Ernährung reicht nicht immer

Über die Nahrung ist es meist nicht möglich, leere Eisenspeicher ausreichend zu füllen (mehr dazu hier...). Gapp empfiehlt daher regelmäßig den Eisenstatus überprüfen zu lassen, spätestens dann, wenn erste Symptome bemerkt werden. Wird ein Mangel festgestellt, kann dieser über orale Eisenpräparate, etwa Tabletten, Kapseln oder Säfte, behandelt werden. Diese sollten mit Abstand zu einer Mahlzeit eingenommen werden, am besten kombiniert mit Fruchtsaft und Vitamin C, da diese die Eisenaufnahme erhöhen.

Werden diese nicht gut vertragen, besteht die Möglichkeit von Eiseninfusionen. Gapp: „Die benötigte Dosis wird vom Arzt berechnet und kann mit einer oder wenigen Behandlungen verabreicht werden. Der wesentliche Vorteil dieser Therapieform ist, dass auf diesem Weg die gesamte Eisendosis dem Körper unmittelbar und ohne Verluste zur Verfügung steht.“

( kurier.at , ege ) Erstellt am 27.02.2018