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Video Lebensart
09/16/2019

So holt man das meiste aus seinem Smartphone-Akku heraus

Handy-Batterien vertragen keine Extreme - weder beim Aufladen, noch bei den Temperaturen.

von Franziska Bechtold

Die roten ein Prozent oben rechts auf dem Smartphone-Display sieht niemand gern. Der KURIER erklärt, wie man Strom spart und die Akku-Lebensdauer verlängert.

Früher lud man Handy-Batterien erst auf, wenn sie vollständig leer waren – das ist heute nicht mehr so. Moderne Akkus sind auf häufige Ladezyklen ausgelegt. Sie sollten aber möglichst nicht über 90 Prozent steigen und nicht unter 20 Prozent fallen, erklärt Bernhard Gadermaier vom Institut für Chemische Technologien von Materialien der TU Graz. Das sei die wichtigste Methode, damit der Akku lange hält.

Mehrmals laden

„Am wohlsten fühlt sich ein Akku, wenn er zu 50 Prozent geladen ist“, so der Experte. Daher sei es nicht zu empfehlen, das Handy über Nacht an den Strom zu hängen: „Es empfiehlt sich, das Smartphone lieber über den Tag verteilt immer wieder langsam zu laden. Wenn man zu häufig in die Extreme geht, altert die Lithium-Zelle schneller“. Auch selten genutzte Geräte sollten nie voll oder leer gelagert werden. Der Experte empfiehlt, sie immer wieder zwischendurch aufzuladen.

Display

Das Handy-Display ist der größte Stromfresser. Es sollte daher möglichst nur dann aktiv sein, wenn es wirklich benötigt wird. Bei Android und iOS kann die adaptive beziehungsweise Auto-Helligkeit eingestellt werden. Dann passt sich der Bildschirm den Lichtverhältnissen an und strahlt nicht unnötig hell. Einige Apps, darunter YouTube und Twitter, bieten inzwischen den sogenannten Dunklen Modus an. Das reduziert bei Smartphones mit OLED-Display den Stromverbrauch. 

Apps

Sowohl Android als auch iOS bieten in der aktuellsten Version eine Übersicht, welche Apps den Akkuverbrauch erhöhen. Unter Einstellungen ruft man entweder die „Gerätewartung“ und dann „Akku“ auf (Android), oder „Batterie“ (iOS). Besonders stromfressende Apps können dort in einen Wartemodus versetzt oder ihre Hintergrundaktivitäten eingeschränkt werden. Dienste, die man selten nutzt, wie Bluetooth oder NFC, können deaktiviert werden.

Sparmodus

Ist das Smartphone-Betriebssystem aktuell, kann man die von Android und iOS angebotene Stromspar-Funktion verwenden. Diese kann in den Einstellungen unter „Batterie“ bei iOS oder unter „Gerätewartung“ bei Android aktiviert werden. Ist nur noch wenig Energie im Akku, werden dann Funktionen wie Sprachassistenten und die automatische Synchronisation von Apps wie E-Mail oder Cloudspeicher deaktiviert sowie die Bildschirmhelligkeit reduziert.

Temperatur

Extreme Temperaturen können laut Gadermaier problematisch sein: „Einen kalten Akku sollte man nicht laden. Das könnte im schlimmsten Fall zu einem Kurzschluss führen. In der Sonne sollte das Gerät auch nicht liegen bleiben.“ Beides kann die Lebensdauer des Akkus deutlich mindern. „Man sollte das Handy vor dem Laden immer auf Zimmertemperatur bringen“, so Gadermaier.

Akku altert

Keine Handy-Batterie ist vor dem Alterungsprozess geschützt. Die Akkus verlieren mit jedem Aufladen an Kapazität. Aber wenn man die Tipps befolgt und „sie richtig lädt, sorgt man dafür, dass sie nicht nach 100 Ladezyklen nur noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung erbringen, sondern erst nach 400“, sagt Akku-Experte Gadermaier.

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