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Style

Diese Designerin betont Fettpölster, anstatt sie zu verstecken

Karoline Vitto Gomes feiert mit ihren Entwürfen den weiblichen Körper und betont das, was meist kaschiert wird.

08/12/2019, 05:00 AM

Der Rock wird als "figurfreundlich" beworben, das Oberteil als "wahrer Schlankmacher" bezeichnet - Mode wird nach wie vor oft auch als Mittel zum Zweck gesehen. Sie soll hier kaschieren und lieber dort betonen. Karoline Vitto Gomes will Frauen von diesen althergebrachten Mode-Diktaten befreien. Die Brasilianerin entwarf eine Kollektion, die Fettpölster betont anstatt sie zu verstecken.

Bei der Abschlussshow am Royal College of Art, wo sie Modedesign studierte, präsentierte Gomes Kleider mit Cut-outs, bei denen der scheinbare Makel in den Fokus gerückt wird. Fettpölster, die normalerweise nicht zu sehen sind, akzentuiert die Designerin mit Metalldetails und Gummibändern.

"Komplexe Beziehung zu meinem Körper"

Sie selbst präsentierte die Looks auf dem Laufsteg. Ein logischer Schritt für Gomes, hat sie doch selbst jahrelang unter dem Schönheitsdruck gelitten. "Ich bin in Brasilien aufgewachsen, wo wir sehr strenge Beauty-Ideale haben", sagte sie im Interview mit Dazed. "Jeder geht ins Fitness Center, Plastische Chirurgie ist überall - ich hatte immer eine sehr komplexe Beziehung zu meinem Körper."

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Erst als sie Südamerika verließ, um in London zu studieren, habe sich ihr Selbstbild geändert. "Als ich hier hergezogen bin, hat mir vielleicht nicht gefallen, was ich im Spiegel gesehen habe, aber als ich angefangen habe, diese Kleidung zu entwerfen, war es, als ob ich mich auf eine Reise zur Selbstliebe begeben hätte(...)."

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Gomes denkt, dass ihre Mode irgendwann nicht mehr als etwas Ausgefallenes angesehen wird. Man könnte schon bald Rückenspeck als schön erachten und deshalb mit Mode betonen wollen. "Und ich werde bereit dafür sein", so die junge Frau.

Sie verspüre eine gewisse Verantwortung gegenüber anderen Frauen. "Wir als Designer haben eine wichtige Rolle in der Repräsentation von allen (Anm.: Körpertypen), den die Modeindustrie hat so viel Macht und Einfluss", weiß Gomes. Sie wolle mehr dicke und alte Menschen sowie non-binäre Geschlechter (Anm. weder Mann noch Frau) auf dem Laufsteg sehen. "Das möglich zu machen, liegt in meinen Händen und jenen meiner Kollegen."

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