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Eishockey
02/22/2020

Von der drohenden Invalidität zurück ins Sportlerleben

Capitals-Profi Dominic Hackl erzählt, wie er beinahe ein Bein verloren hätte und er den Weg zurück schaffte.

von Peter Karlik, Alexander Strecha

Nach vier Niederlagen in Folge stehen die Capitals am Sonntag bei Tabellenführer Salzburg enorm unter Druck, wenn sie vor dem Play-off-Beginn wieder in Form kommen wollen. Verteidiger Dominic Hackl (23) spricht über das sportliche Tief, die drohende Amputation seines rechten Beins 2018 und seinen Meistertipp 2020.

KURIER: In der Platzierungsrunde gab es zuletzt vier Niederlagen in Folge. Was ist los mit den Capitals?

Dominic Hackl: Es läuft nicht so recht. Wir haben im Grunddurchgang gezeigt, dass wir gut sind. Es ist normal, dass Teams einen Hänger haben. Bei uns ist es leider jetzt so. Das ist nicht optimal, aber besser als im Play-off.

Im Grunddurchgang hattet Ihr nie mehr als zwei Niederlagen in Folge,  jetzt sind vier. Die Stimmung in der Mannschaft wahr wahrscheinlich schon mal besser, oder?

Ja, aber die ist immer noch gut. Es versteht sich jeder mit jedem sehr gut. Wir sind wirklich ein gutes Team, wie eine kleine Familie.  Es gibt so Tage oder Wochen, in denen es nicht so funktioniert, wie man es sich vornimmt, oder dass ein anderes Team ganz einfach mal besser ist. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir zu unserem Weg zurückfinden.

Am Sonntag geht es gegen Salzburg. Gegen den Tabellenführer waren die Leistungen immer gut. Warum?

Gegen Salzburg spielt jeder gerne. Es sind immer hochintensive Spiele, die Fans sind super. Wir haben zwar auch nicht die Siege geholt, die wir gerne gehabt hätten, aber vielleicht kommt das ja am Sonntag, wenn wir unser Spiel über 60 Minuten durchziehen.


Es heißt oft, dass mit dem Play-off die Meisterschaft neu beginnt. Ist es aus Spielersicht so, dass man alles zu Seite schieben kann, was passiert ist?

Alles würde ich nicht sagen. Man nimmt schon viel mit von der Pickround oder vom Grunddurchgang. Aber im Play-off werden die Karten schon neu gemischt. Es kann jeder Meister werden. Mit Pech scheidest du in der ersten oder zweite Runde aus. 

Ist die Konkurrenz heuer mit Salzburg, KAC und Bozen größer geworden?

Ich glaube, dass die Liga enger zusammengerückt ist. Die Teams von eins bis sechs waren im Grunddurchgang sehr nah. Das ist sicher gut für Österreichs Eishockey

In den verbleibenden drei Spielen geht es um das Wahlrecht des Viertelfinalgegners und um den Heimvorteil im Play-off. Wie wichtig wird das?

Sehr, nachdem wir zuletzt nicht erfolgreich waren. Wir müssen unser Spiel wieder finden, damit wir gut ins Play-off starten können.

2017 hatten Sie mit dem Gewinn des Titels Ihren Karrierehöhepunkt, 2018 kam der Tiefschlag mit der schweren Oberschenkelverletzung. Seither haben Sie eine Narbe vom Knie bis zur Hüfte. Wie ist das passiert?

Gegen Dornbirn habe ich einen Check in den Oberschenkel bekommen. Ich war im Spital, es hat sich am Anfang positiv entwickelt. Am dritten Tag wurde es drastisch schlechter und ich musste sofort operiert werden.

Es war ein starker Bluterguss, das Blut konnte nicht von alleine raus...

Ja, das nennt sich Kompartmentsyndrom. Es war ziemlich groß. Ich war dann 37 Tage im Spital und bin öfters aufgeschnitten worden, beziehungsweise war es eh noch offen.

Stimmt es, dass sogar von einer Amputation gesprochen wurde?

Ich glaube, es war knapp.

Haben es Ihnen die Ärzte auch so gesagt?

Ich bilde es mir ein, ja.

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Wie gingen Sie damit um?

Das war eine schwere Zeit. Ich habe mit Mentaltrainern viel geredet. Sie haben mir sehr geholfen.

Sind Sie danach gelassener geworden?

Man lernt, die kleinen Dinge wieder zu schätzen. Im Spital bin ich 25 Tage im Bett gelegen, konnte nicht einmal gehen. Da freust du dich schon, wenn du wieder aufstehen kannst.

Viele junge Sportler sind in den sozialen Medien unterwegs. Wie handhaben Sie die Gratwanderung zwischen Privatsphäre und Werbung in eigener Sache?

Ich zeige gerne Urlaubsfotos oder welche abseits vom Eishockey. Familienfotos habe ich nicht wirklich. Aber das sieht jeder anders. Es gibt Frauen, die sich halbnackt entblößen und auf Instagram stellen. Das würde ich nicht machen. Obwohl, Badehosenbilder gibt es schon von mir. 

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Ein anderer Teil in Ihrem Leben ist Mode. Bei einem Shooting für das Kaufhaus Steffl machten Sie gute Figur. Wie wichtig ist für Sie gute Kleidung im Alltag?

Es ist wichtiger geworden. Früher war ich auch mal mit der Jogginghose unterwegs. Aber jetzt habe ich gerne eine schönere Hose und Hemden an. In der Mannschaft ziehen sich einige Leute gut und schön an. 

Sie mussten durch die Verletzung auch im Nationalteam pausieren. Heuer werden Sie ist das Ziel wohl wieder dabei zu sein?

Das Nationalteam ist ein großes Ziel von mir. Bisher war ich meistens bei den Camps dabei und habe dann den letzten Cut vor der Weltmeisterschaft nicht geschafft. Es ist ein sehr großes Ziel, dass ich eine Weltmeisterschaft spiele und mein Land vertrete.

Die schwierigste Frage zum Schluss: Wer wird Meister?

Vienna Capitals.

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