Mit Luca Aerni (Mi.) hat man am Siegerpodest nicht gerechnet.

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Sport Wintersport ski-wm-2017
02/15/2017

WM-Zwischenbilanz: Jubel, Tränen, Sensationen

Ein Resümee der ersten Tage von St. Moritz - von A wie Aerni bis Z wie Zivilschutz.

von Florian Plavec, Stefan Sigwarth

Sieben Entscheidungen sind gefallen bei der 44. alpinen Ski-WM, vier stehen noch aus – höchste Zeit also für eine Zwischenbilanz. Ein Blick auf Überraschungen und Enttäuschungen, auf Tops und Flops dieser fünften Leistungsschau in St. Moritz.


ZUM KURIER-WM-CENTER

ÖSV-Damen

Der Paukenschlag der Trommlerin am ersten Wettkampftag verlieh der Mannschaft von Jürgen Kriechbaum Flügel: Auf Nicole Schmidhofers Super-G-Sieg folgten Kombi-Bronze von Michaela Kirchgasser und Stephanie Veniers Silber in der Abfahrt. Für das vom Verletzungspech so gebeutelte Team sensationell.

Südhang

Manchmal wäre es besser, die Oberengadiner Sonne würde sich ein wenig zurückhalten. "Die Kombi bei den Herren war eine Farce. Das darf bei einer WM nicht passieren. Der Slalom war nicht ordentlich hergerichtet. Ich verstehe nicht, was da passiert ist. Das war nicht gut, das war nicht mehr spannend", sagte Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum. Dass der Südhang auf der Corviglia Tücken hat, ist bekannt – doch die Verantwortlichen hatten wohl Salz und Wasser vergessen. Freilich nichts Neues, denn das gleiche Szenario hatte es schon 2015 auf dem Nordhang von Beaver Creek gegeben. Nur dass damals Marcel Hirscher mit Startnummer 30 siegte.

Goldrausch

Mit 1040 Tonnen verfügt die Schweiz ohnehin schon über die sechstgrößten Goldreserven der Welt, und die Eidgenossen bekommen den Hals nicht voll: Wendy Holdener und Luca Aerni siegten in den Kombinationen, Beat Feuz in der Abfahrt.

Stimmung

Schweizer sind langweilig, Schweizer können nicht feiern. So ein Käse! Wer die fröhliche Menge im Zielstadion erlebt, wer sieht, mit welcher Hingabe sich Voluntari, Soldaten und Zivilschützer um ihre Gäste kümmern, der würde ihnen am liebsten permanent Rosen streuen.

Wetter

Es hatte einen kleinen Durchhänger in der ersten Wochenhälfte, seit Montag aber zeigt sich das Oberengadin wieder postkartentauglich. Jedoch: Die Sonne hat auch ihre Schattenseiten (siehe Südhang).

Die Pechvögel

Lara Gut muss die Saison beenden,Mirjam Puchner ebenfalls. Dazu kommen weitere Sturzopfer, angeschlagene wie Anna Veith und Lindsey Vonn, die sich über Bronze in der Abfahrt freute, als hätte sie mehrfach Gold gewonnen. Und dann ist da noch Sofia Goggia: In den ersten drei Bewerben hatte die junge Italienerin jeweils beste Chancen auf Gold, doch im Super-G kam sie nicht in Fahrt, in der Kombination schied sie aus, in der Abfahrt wurde sie Vierte – mehr Tränen waren selten gesehen. Und mehr Trost auch nicht – wie sich Lindsey Vonn, Ilka Stuhec, Stephanie Venier und all die anderen um die 24-Jährige kümmerten, die in diesem Winter im Weltcup schon neun Mal auf dem Podest gestanden ist, das war fast schon kitschig.

O Canada

Die Seniorentruppe im Zeichen des Ahornblattes kam, sah und siegte:Gold im Super-Gund Silber in der Abfahrt für Erik Guay (35), Super-G-Bronze für Manuel Osborne-Paradis (33), viel mehr geht nicht für das kleine Team aus dem zweitgrößten Land der Welt.

Szenenwechsel

Ab Donnerstag sind neue Gesichter zu sehen. Speziell auf Mikaela Shiffrin werden sich die Blicke richten: Kann die 21-Jährige aus den USA nach den Weltmeisterschaften 2013 und 2015 sowie Olympia 2014 erneut Gold im Slalom holen? Gibt es für Marcel Hirscher endlich den ersten Titel im Riesenslalom, womöglich den zweiten im Slalom nach 2013? Und darf Sofia Goggia endlich lachen?

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