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Sport Wintersport
10/06/2020

Ski-Weltcup in Corona-Zeiten: "Heuer geht es ums Überleben"

FIS-Renndirektor Markus Waldner verzichtet dafür gerne auf Zuschauer. "Wir müssen Rennen fahren." Nur dann fließt weiter das Geld.

von Christoph Geiler

Wenn am übernächsten Wochenende am Rettenbachferner in Sölden mit zwei Riesentorläufen der Weltcup-Winter beginnt, dann starten die Athleten, Veranstalter und Fans in eine Saison der Ungewissheit.

Können die Bewerbe überhaupt wie geplant stattfinden? Dürfen die Sportler wegen der Reisebeschränkungen bei allen Rennen starten? Finden die Klassiker von Gröden bis Schladming, von Wengen bis Kitzbühel wirklich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt?

In den Augen von FIS-Renndirektor Markus Waldner müssen in diesem Winter alle ihre eigenen Interessen hintanstellen und versuchen, den Schaden für den Skisport so gering als möglich zu halten. „Heuer geht es ums Überleben", sagte der Südtiroler am Montag bei der Sendung "Sport & Talk" auf Servus TV.

Voraussetzung dafür sind Wettbewerbe. Dass der Weltcup zum Europacup verkommt - die Überseerennen wurden gestrichen, die Damen fahren im Februar in China - dass wohl die meisten Bewerbe nur in Form von Geisterrennen über die Bühne gehen werden, nimmt man bei der FIS gerne in Kauf. "Wir haben eine Mission: Wir müssen Rennen fahren."

Das ist auch im ureigensten Interesse der Rennläufer, die ebenfalls auf die Wettkämpfe und die TV-Übertragungen angewiesen sind. Schon heute bekommen einige Athleten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise am eigenen Leib zu spüren. Selbst im Lager des ÖSV gibt es namhafte Athleten wie Manuel Feller, die aktuell noch keinen Kopfsponsor haben.

Dann gibt es nichts zu essen

Markus Waldner drückt es auf seine Weise aus. "Wenn wir nicht fahren, dann gibt es für sie nichts zu essen. Dann bricht das ganze System zusammen." Ohnehin haben etliche Skiverbände bereits ihre Budgets drastisch reduziert.

Überlebenswichtig ist für Markus Waldner auch die Durchführung der WM in Cortina d' Ampezzo im Februar 2021. Die Norditaliener wollten wegen der Corona-Krise die WM um ein Jahr verschieben, doch die FIS lehnte diesen Vorschlag kategorisch ab. Auch weil der Ski-Weltverband auf die Einnahmen der Weltmeisterschaft angewiesen ist. 

„Dort wird sehr viel Geld generiert über Marketing- und TV-Rechte. Dieses Geld wird dann ausgeschüttet an die Verbände, damit wir die Saison überleben", sagt Waldner.

Waldner ist sich bewusst, dass in diesem Winter vor allem Improvisationskunst gefragt ist. "Alles ist möglich heuer. Wichtig ist, dass wir offen und flexibel sind und viel Eigenverantwortung haben." Das sei notwendig, um im Folgejahr „hoffentlich wieder in die Routine zurückzukommen."

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