ÖSV-Star Kriechmayr stellt Forderung: Warum es nur einen Ausweg gibt
Vincent Kriechmayr ist aktuell der einzige ÖSV-Abfahrer mit Weltklasseformat
Es ist nach diesem Winter neben der Bestellung eines neuen Frauen-Cheftrainers wohl die brennendste Frage im österreichischen Skiteam:
Setzt Vincent Kriechmayr seine Karriere fort oder ist der heutige Super-G (12.30 Uhr) in Kvitfjell sein letztes Weltcuprennen?
Klare Forderung
Nach seinem dritten Rang in der letzten Saisonabfahrt in Kvitfjell ließ der 34-Jährige im ORF-Interview mit einer Forderung aufhorchen:
„Es hängt alles von einer Person ab“, sagte Kriechmayr und richtete öffentlich einen Appell an die Verbandsführung. „Ich will Peter Meliessnig als Konditionstrainer zurück. Ich brauche ihn.“
- Wer ist Peter Meliessnig?
Der Salzburger ist einer der renommiertesten Konditionstrainer und genießt gerade in der Skiszene ein enormes Ansehen. Meliessnig betreute einst Anna Veith und arbeitete bis vor zwei Jahren auch mit Vincent Kriechmayr zusammen.
„Im Skiverband hat man ihn nicht so wertgeschätzt“, sagte der Oberösterreicher. In den letzten beiden Wintern stand Meliessnig US-Star Lindsey Vonn als persönlicher Coach zur Seite.
Vincent Kriechmayr feierte in diesem Winter zwei Siege, einen im Super-G und einen in der Abfahrt
- Wird der ÖSV der Forderung von Vincent Kriechmayr nachkommen?
Die Verbandsführung kennt schon seit längerer Zeit die Bedingungen des Oberösterreichers und ist auch um eine Lösung im Sinne Kriechmayrs bemüht.
Allerdings steht Peter Meliessnig noch in Diensten von Red Bull und hilft gerade Lindsey Vonn dabei, nach ihrem Sturz bei Olympia wieder auf die Beine zu kommen.
Einer Zusammenarbeit mit Vincent Kriechmayr in den Sommermonaten sollte aber nichts im Wege stehen. Es sei keine Frage des Geldes, betont ÖSV-Geschäftsführer Christian Scherer.
- Wie dringend braucht das ÖSV-Abfahrtsteam Vincent Kriechmayr?
Wie sehr das ÖSV-Speedteam auf den 34-jährigen Oberösterreicher angewiesen ist, hat sich auch in dieser Saison wieder gezeigt: Ohne Kriechmayr ist Österreich in der Abfahrt ein Niemandsland. Der Routinier ist aktuell als einziger Läufer in der Lage, in der Abfahrt aufs Podium zu fahren und – wie zuletzt in Courchevel – auch zu gewinnen.
Vincent Kriechmayr und Manuel Feller gewannen bei den Olympischen Spielen Silber in der Team-Kombi
- Zählt man mit 34 in der Abfahrt zum alten Eisen?
Ganz und gar nicht. In keiner anderen Disziplin ist der Erfahrungsschatz wichtiger als in der Abfahrt. Der Italiener Dominik Paris, der am Samstag bereits seinen fünften Abfahrtssieg in Kvitfjell feierte, wird im April 37 und lässt immer noch die jungen Wilden wie Franjo von Allmen oder Giovanni Franzoni, beide 24, alt aussehen.
- Spielt der Körper von Vincent Kriechmayr mit?
Vincent Kriechmayr kann auf Holz klopfen, er ist in seiner langen Karriere von schweren Verletzungen verschont geblieben und hat als einer von wenigen Abfahrern noch unversehrte Kreuzbänder. Auch dank des jahrelangen Trainings mit Vertrauenscoach Peter Meliessnig zählt der 34-Jährige zu den fittesten Läufern im Weltcup.
- Welche Ziele verfolgt er noch?
Vincent Kriechmayr hat noch immer den großen Traum vom Sieg im Abfahrtsweltcup. Seit der Saison 2011/’12 (Klaus Kröll) ging die Abfahrtskugel nicht mehr nach Österreich.
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