Formula One Grand Prix of Abu Dhabi

© EPA / Ali Haider

Winheims Tagebuch

Vor dem WM-Finale: Sportliche Märchen aus Tausendundeiner Nacht

Von Formel-1-Rennen, Tennis- und Golfbewerben und sogar Skifahren - in den Emiraten ist vieles möglich.

von Wolfgang Winheim

12/12/2021, 05:00 AM

In Abu Dhabi wird Max Verstappen erstmals Formel-1-Weltmeister, oder Lewis Hamilton verteidigt erfolgreich seinen Titel. In Abu Dhabi wird Dominic Thiem am 16. Dezember erstmals nach hartnäckiger Handverletzung bei einem Turnier aufschlagen. In Abu Dhabi lässt sich gern die Golf-Weltelite verwöhnen. Fehlt nur, dass, so wie’s der neue FIS-Präsident Johan Eliasch vorschlägt, erstmals auch die Skifahrer in den Emiraten ... halt – das gab’s ja schon vor 23 Jahren, als ...

... Hans Knauß, Patrick Ortlieb und Co. vor ihrem Jux-Start in einem Militärzelt in der Liwa-Wüste nächtigten; als der ÖSV unter Peter Schröcksnadels Regie von Sponsoren finanzierte PR für die Ski-WM 2001 in St. Anton und zugleich für Desert Skiing (das die Araber tatsächlich in ihr Touristenprogramm aufnahmen) machen wollte; als Steffi Schuster (WM-Abfahrtsdritte 1999) und Karl Schranz mit ihren Skiern in den Sand köpfelten; und als Hannes Trinkl vorzeitig heimflog, weil er’s nicht aushielt in der Hitze. Derselbe Trinkl, der 2001 in St. Anton Abfahrtsweltmeister werden sollte.

Fußball-Trainer Josef Hickersberger hingegen hielt zwölf Jahre in der arabischen Sonne durch. Als Teamchef von Bahrain, als Meistermacher in Katar und den Emiraten. Am schönsten, sagt Wüsten-Pepi, war es in Abu Dhabi. Dort habe man ihm jeden Wunsch erfüllt, dort zog es ihn später als Golf-Urlauber immer wieder hin. Und dort traf er im Hotel zufällig seinen ehemaligen Teamkapitän von Bahrain, der ein gar nicht schönes Märchen aus Tausendundeiner Nacht erzählte.

Verhör und Folter

Weil ihm in seiner sunnitischen Heimat via Handy-Daten Kontakt zum schiitischen Iran nachgewiesen wurde, sei er verhört und gefoltert worden. Und das in Gegenwart des Oberbosses des Fußballverbandes. Der noch dazu eine ganz große Nummer bei der FIFA wurde.

Der Fußballer befürchtete weitere Strafen. Er setzte sich in jenen arabischen Raum ab, den Hickersberger als den gesellschaftlich tolerantesten empfand. In die Emirate. Nach Dubai und Abu Dhabi.

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