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Wimbledon im Wandel: Das Ende der reinen Aufschlag-Riesen

Am Montag startet die Qualifikation für den Grand Slam in Wimbledon. Zum insgesamt 139. Mal findet das prestigeträchtige Rasenturnier statt.
Zwei Füße beim Sprung auf einem Rasentennisplatz

Thomas Muster hatte einst gesagt: „Gras ist nur etwas für Kühe.“ Der Steirer meinte damit den Rasenklassiker in Wimbledon, wo am Montag die 139. Auflage mit der Qualifikation startet und wo er sich selbst keinen Legendenstatus schuf. Immerhin war der mittlerweile 58-Jährige die einzige Nummer 1 der Welt, die kein einziges Match auf dem ehrwürdigsten Grün im Tennis-Zirkus gewann.

Kaum Unterschiede zu anderen Belägen

Als Grundlinien-Könner hatte er es aber auch wie die zumeist auf Sand brillierenden Artgenossen nicht einfach. Der Rasen war eher für Serve-Volley-Spezialisten mit einem Hammer-Aufschlag gedacht. Bei Matches beispielsweise zwischen Pete Sampras oder Goran Ivanisevic gab es kaum mehr als drei Ballwechsel. Auch der Niederländer Richard Krajicek war so ein Kandidat, der kaum ins Schwitzen kam. Vergessen und vorbei. Nach und nach wechselten auch die Bedingungen im „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ in London. Die Bälle wurden weicher, die Plätze langsamer, wofür eine Schnittrichtung und ein anderes Gras verantwortlich ist. Zwar hat das Service noch immer eine größere Bedeutung als auf anderen Belägen, doch die Unterschiede sind nicht mehr so groß.

Ein Wimbledon Regenschirm aufgespannt im Stadion

Auch in Wimbledon soll es nächste Woche bis zu 35 Grad haben

„Heute ist der Centrecourt der French Open kaum langsamer als jener von Wimbledon“, sagt Alexander Antonitsch, der als einer der ganz wenigen Aufschlag-Volley-Spieler Österreichs profitierte und 1990 als erster Herr seines Landes ins Achtelfinale kam. Sonst war die rot-weiß-rote Ausbeute im Vergleich zu den anderen drei Grand-Slam-Turnieren (Australian Open, French Open und US Open) eher überschaubar. 2010 und 2013 schaffte es der heutige Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer ins Achtelfinale, für Dominic Thiem war es das schlechteste Major. 2017 stand ein Achtelfinale als bestes Resultat zu Buche.

Ladies first

Für Österreich heißt es Ladies first: Zwei Frauen führen die Wimbledon-Bestenliste des Landes an. Tamira Paszek wurde 2011 und 2012 erst im Viertelfinale gestoppt, Judith Wiesner 1996.
Den Frauen ist es auch dieses Mal am ehesten zuzutrauen: Anastasia Potapowa, die auf Sand an die Weltspitze anklopfte, war als Russin schon einmal in der 3. Runde, zählt Gras aber nicht zu ihren Lieblingsplätzen. Für Lilli Tagger und Sinja Kraus gibt es eine Premiere im Hauptfeld in Wimbledon, Sebastian Ofner kennt sich da schon gut aus, stand zweimal in der 3. Runde (2017, 20252023).


Für andere Österreicher geht es bereits ab Montag los. Jurij Rodionov, Lukas Neumayer, Joel Schwärzler und Julia Grabher kämpfen in drei möglichen Qualifikationsrunden um einen Platz im Hauptbewerb.

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