epa03795819 Austrian Yvonne Meusburger during the victory ceremony after winning the final against Andrea Hlavackova (CZE) at the "Nuernberger Gastein Ladies 2013" tennis tournament in Bad Gastein, Austria, 21 July 2011. EPA/EXPA / JOHANN GRODER

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Tennis
07/21/2013

Meusburger siegt in Bad Gastein

Im dritten Finale holt Meusburger ihren ersten WTA-Titel.

von Harald Ottawa

Da darf man schon einmal über die Stränge schlagen. Am Sonntag wurde die Limonade weggelassen, und aus dem traditionellen Radler, den sie üblicherweise am Abend zu sich nimmt, reines Bier.

Die Vorarlbergerin hat in Bad Gastein ein kleines Stückchen rot-weiß-rote Tennisgeschichte geschrieben. Nach einem 7:5-6:2-Finalsieg über die Tschechin Andrea Hlavackova hat sie als neunte ÖTV-Spielerin ein WTA-Turnier gewonnen. Meusburger hat auf dem Weg zu ihrem Premieren-Titel im Verlauf des Turniers keinen Satz abgegeben.

Im Finale zeigte sich die 29-Jährige als konstantere Spielerin, Hlavackova, die immerhin im Doppel schon ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte (2011 in Paris), spielte riskanter – was nur in den seltensten Fällen gewinnbringend war.

Meusburger hingegen wird heute wohl ihr bestes Ranking – Platz 60 im Jahr 2007 – übertreffen und darf sich über einen anständigen Konto-Zuwachs von 32.258 Euro freuen.

Nummer 24

Die Dornbirnerin, die von Joachim Kretz betreut wird, gewann damit das 24. Turnier für Österreichs Damen. Rekordfrau ist Barbara Paulus, die zwischen 1988 und 1997 sechs Triumphe feiern konnte. Die bislang letzte österreichische Turniersiegerin war Tamira Paszek, die in Eastbourne im vergangenen Jahr (Dotation: 637.000 Dollar) auch für den größten Turniersieg einer österreichischen Tennisspielerin sorgte.

Weitere Siegerinnen waren: die Gasteiner Turnierbotschafterin Judith Wiesner-Floirmair (5 Titel), Barbara Schett, Paszek (je 3), Patricia Wartusch, Sybille Bammer (je 2) sowie Petra Huber und Marion Maruska (je ein Turniersieg).

Seit Sonntag zählt auch Meusburger dazu. Und damit trat sie endgültig aus dem Schatten anderer Österreicherinnen. Jahrelang hatten Sybille Bammer (beendete 2011 nach Bad Gastein ihre Karriere) und die krisengebeutelte Tamira Paszek (nicht mehr in den Top 100) den Ton angegeben.

Auf die Frage, was ihr nach dem Sieg durch den Kopf ginge, antwortete Meusburger: „Ein Bier.“ Es muss ja nicht immer ein Radler sein.

Jetzt ist die Zeit reif

Der Finaleinzug vergangene Woche in Budapest war definitiv keine Eintagsfliege. Yvonne Meusburger hat einen Entwicklungsprozess hinter sich, der ihr am Sonntag zum ersten WTA-Titel auf der großen Tour verholfen hat und sie im Ranking in die Top 60 hieven wird. Im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur sprach die 29-jährige Vorarlbergerin über ihre Gefühlswelt nach dem Triumph, den weiteren Ausblick und darüber, dass man eben auch in späteren Jahren noch zuschlagen kann.

Als Sie heute nach dem verwerteten Matchball in Jubelpose auf dem Platz gestanden sind: Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?
Yvonne Meusburger: Es ist eigentlich wahnsinnig, ich kann es gar nicht so richtig glauben. Jetzt habe ich zwei Wochen hintereinander so gute Leistungen gebracht. Das Erste, was mir einfällt, ist, dass ich mich einfach einmal bei meinem Trainierteam bedanken muss. Weil diese Entwicklung, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, ist einfach wahnsinnig. Mich freut irrsinnig, dass ich mich auch menschlich in die richtige Richtung entwickelt habe. Das merke ich selbst und das fällt auch ganz vielen anderen auf. Natürlich gehört die sportliche Entwicklung auch dazu, aber mir persönlich bedeutet die menschliche fast mehr.

Sie haben im 15. Profijahr den ersten Titel geholt und stehen jetzt in einer Reihe mit Barbara Schett und Co. Was bedeutet Ihnen das?
Das bedeutet mir natürlich unheimlich viel. Dass ich es geschafft habe, einen WTA-Titel zu gewinnen, ist großartig. Das Pünktchen auf dem i. Die gesamte Entwicklung ist für mich das, was zählt und einfach eine Bestätigung, dass ich in die richtige Richtung arbeite.

Sie werden zwar heuer im Oktober 30 Jahre jung, aber sie wirken fitter als je zuvor.
Ja, unfit bin ich nicht (lacht). Man kann immer ein bisserl mehr machen, aber ich fühle mich gut, dem Körper geht es gut und ich habe keine Verletzungen. Für mich ist das ein Zeichen, dass ich richtig trainiere. Wehwehchen hat jeder, aber das gehört dazu.

Sie haben Ihre größten Erfolge auf Sandplatz gefeiert. Wie werden Sie sich jetzt auf die Hartplatz-Saison vorbereiten?
Ich werde jetzt einmal eine Woche nichts tun und mich dann zwei Wochen auf Hartplatz daheim vorbereiten. Dann werde ich das Turnier in New Haven spielen, dann die US Open.

Bad Gastein ist zweifellos ihr Lieblingsturnier, im siebenten Anlauf hat es jetzt geklappt. Man muss wohl einfach geduldig sein, oder?
Dass es jetzt beim 7. Mal geklappt hat, ist unbeschreiblich. Ich glaube, es zeigt auch, dass man auch im Alter noch viel schaffen hat. Beim Einen geht es in jüngeren Jahren, beim Anderen ein bisserl später. Es ist jeder, wie er sich entwickelt, die Zeit war bei mir halt nicht reif. Jetzt ist sie reif und ich werde nicht groß drüber nachdenken, warum das jetzt so ist, sondern akzeptieren, genießen und froh sein, dass ich gesund bin und spielen kann.

Doppel-Titel durch Sandra Klemenschits, Einzel-Sieg durch Sie - ein schöner Impuls für das österreichische Tennis.
Was gibt es eigentlich Schöneres? Wir haben den Doppel- und Einzel-Titel gewonnen. Das tut dem Tennis in Österreich echt gut, klar ist das auch für den Fed Cup hervorragend.

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