Ruder-Ass Lobnig: "Hallensport wäre die Oberbestrafung"

Ruder-Ass Lobnig: "Hallensport wäre die Oberbestrafung"
Die 31-Jährige rudert als erste Österreicherin zu einer Olympia-Medaille und erzählt im Interview von ihrem langen Weg dorthin.

Zarte Nebelschleier steigen über dem tiefblauen Weißensee auf, die ersten Sonnenstrahlen spiegeln sich im Wasser. Die morgendliche Stille wird nur von Vogelgezwitscher und gleichmäßigen Ruderschlägen durchbrochen. Das hektische Tokio ist sehr weit weg vom beschaulichen Weißensee in Kärnten. Und doch sind die Olympischen Spiele an diesem lauen Juni-Morgen allgegenwärtig. Wie an praktisch allen Tagen seit Rio 2016.

"Wir haben die ganze Zeit auf dieses Ziel hingearbeitet", sagt Magdalena Lobnig. Aus ihrer brüchigen Stimme klingen gleichzeitig Glückseligkeit, Erleichterung und auch unbändiger Stolz. "Ich finde es schon sehr cool, dass ich da Geschichte geschrieben habe", sagt die 31-Jährige, die seit Freitag die erste österreichische Olympia-Medaillengewinnerin im Rudern ist. Nach ihrem grandiosen Auftritt im Finallauf im Einer, der mit Bronze belohnt wurde. "Ich bin so froh, dass ich die Bestätigung habe für das, was ich die letzten Jahre gezeigt habe. Für die Geduld, all die vielen Stunden, die ich da reingesteckt habe, für den Verzicht. Und jetzt kommt alles zurück. Da fällt so viel ab."

Wer sich wie Magdalena Lobnig schon in der Jugend dazu entscheidet, das Ruder in die Hand zu nehmen und im Ruderboot die Sportwelt zu erobern, der muss aus einem besonderen Holz geschnitzt sein. Vor allem, wenn er sich, wie die Kärntnerin, dieser Herausforderung auch noch allein stellt und im Einer unterwegs ist.

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