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┬ę APA/AFP/GIUSEPPE CACACE / GIUSEPPE CACACE

Sport Motorsport
12/13/2021

Pro und Contra: Ist das Finale der Formel 1 korrekt abgelaufen?

Der dramatische WM-Showdown zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton spaltet auch am Tag danach die (Sport)-Welt. Gute Argumente haben beide Lager.

von Philipp Albrechtsberger, Alexander Strecha

Im Internet gibt es ja bekanntlich unbegrenzt Platz - und dennoch scheint das World Wide Web, vor allem die sozialen Medien, ├╝berzugehen mit Meinungen, Bonmots, Schlagzeilen und Stimmen zur denkw├╝rdigen Entscheidung in der Formel 1 am Sonntag.

Das Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton wurde in Abu Dhabi in der allerletzten Runde zugunsten des Niederl├Ąnders entschieden. Die Rennleitung spielte dabei eine Schl├╝sselrolle, weshalb Emotionen hoch und Meinungen auseinander gingen.

Auch im KURIER lie├č sich dar├╝ber herrlich debattieren - und zwar nicht nur in der Sportredaktion. Zwei Redakteure f├╝hren dieses Duell an dieser Stelle weiter. Im Zentrum stand die Frage: Ist das Finale der Formel 1 korrekt abgelaufen? 

PRO: Nicht mit unfairen Mitteln

Es war ein Showdown, der sogar jene begeisterte, die sonst das monotone Hintergrundger├Ąusch der Formel 1 lediglich f├╝r ihr Sonntagschlaferl ben├╝tzen. Diese WM-Entscheidung h├Ątte durchaus dem Hirn eines Hollywood-Regisseurs entspringen k├Ânnen, wenn ein Duell zweier ebenb├╝rtiger Ausnahmek├Ânner erst in der letzten Runde entschieden wird.  

Dass Mercedes Protest einlegte, war ein Akt der Logik und kein Beweis f├╝r einen unw├╝rdigen Verlierer. Red Bull h├Ątte im umgekehrten Fall vermutlich ebenso gehandelt. Wenn man bis zum Schluss um den Titel k├Ąmpft, Lewis Hamilton noch dazu ein perfektes Rennen f├Ąhrt, dann will man den Verlust der scheinbar nahen Weltmeisterschaft nicht wahrhaben.

Doch der Mercedes-Protest wurde zu Recht abgewiesen. Einzig die Kommunikation von Rennleiter Michael Masi in der Safety-Car-Phase war wenig gegl├╝ckt. Zun├Ąchst hie├č es, dass die vier ├╝berrundeten Autos zwischen Hamilton und  Verstappen ihre Position halten m├╝ssen, was den Engl├Ąnder zum Weltmeister gemacht h├Ątte. Dann ├Ąnderte Masi die Meinung, die Autos durften sich zur├╝ckrunden, wodurch Verstappen mit besseren Reifen pl├Âtzlich direkt hinter Hamilton lag.

Der Rennleiter folgte damit nur der ├╝blichen Linie, denn solche Situationen wurden bisher immer auf diese Weise gehandhabt. Formel 1 ist ein st├Ąndiges Ausloten der Grenzen auf der Strecke und ein dehnbares Auslegen der Regeln abseits der Pisten. Dabei geht es nicht immer fair zu. Doch Verstappen wurde nicht mit unfairen Mitteln Weltmeister.

Von Alexander Strecha

CONTRA: Ein bisschen zu viel Zufall

Die besten Schiedsrichter agieren unauff├Ąllig und mit klar nachvollziehbaren Entscheidungen. Im Idealfall greifen sie nicht in den sportlichen Ausgang eines Wettbewerbs ein. Das gilt f├╝r die 2. Fu├čballklasse Waldviertel S├╝d  wie auch  f├╝r die Formel 1 beim Saisonfinale. 

Dem Anspruch wurde die wichtigste Motorsportrennserie der Welt am Sonntag  nicht gerecht. Die WM-entscheidende Anweisung mag vom Hunderte Seiten dicken Regelbuch gedeckt sein (wom├Âglich liegt darin die Wurzel vielen ├ťbels), doch dass die Unparteiischen ihre  Entscheidung nur vier Minuten sp├Ąter wieder zur├╝cknahmen, wirkte willk├╝rlich und merkw├╝rdig.

Den beteiligten Fahrern und Teams ist dabei kein Vorwurf zu machen. Weder dem Mercedes-Rennstall, der (erfolglos) Protest einlegte gegen das Endergebnis, noch der Red-Bull-Crew, die die Gunst des einzigartigen Moments perfekt nutzte. Ob der am Sonntag in Abu Dhabi makellose Lewis Hamilton um den WM-Titel betrogen wurde, ist nicht unbedingt Gegenstand der aktuellen Debatte.

Sport lebt ÔÇô auch ÔÇô vom Zufall. Viel zu oft hat in der j├╝ngeren  Vergangenheit einfach der Schnellste in der zu perfekt gewordenen Formel 1 gewonnen. In den schlimmsten F├Ąllen fielen Rennentscheidungen in der Box beim Reifen-Umwuchten und nicht auf der Strecke. Auf genau dieses Argument berufen sich aktuell die Anh├Ąnger von Max Verstappen und Red Bull. Doch wurde diese gro├čartige WM wirklich auf der Piste entschieden oder doch eher im Kontrollraum der Regelh├╝ter?

Von Philipp Albrechtsberger

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