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Fußball
05/27/2019

Wunsch nach einem Doppelpass zwischen Wattens und Wacker

Sportlandesrat Josef Geisler sieht in einer Bündelung der Kräfte eine große Chance für die Zukunft des Tiroler Profifußballs.

von Christoph Geiler

Die Zukunft des FC Wacker Innsbruck beschäftigt nicht nur Vereinspräsident Gerhard Stocker, auch die Tiroler Politik ist in dieser Angelegenheit am Ball. Der zehnfache Meister wird auch auf öffentliche Unterstützung angewiesen sein, will er nach dem Abstieg aus der Bundesliga wieder halbwegs auf die Beine kommen.

Inzwischen gibt es bereits erste Signale, dass der FC Wacker nicht im Regen stehen gelassen wird. So versicherte die Innsbrucker Sportstadträtin Elisabeth Mayr, dass der Verein weiter finanzielle Unterstützung für die Damenmannschaft und den Nachwuchs erhalten werde. Auch vom Tiroler Sportlandesrat Josef Geisler gibt es positive Signale. "Wir werden weiter hinter dem FC Wacker stehen und versuchen, dem Tiroler Profifußball zu helfen. Auch wenn das jetzt ein richtiger Einschnitt ist."

Die Ausgangslage ist inzwischen freilich eine andere: Bislang hatte der FC Wacker immer den Trumpf, die Nummer eins im Tiroler Profifußball zu sein. Der mögliche Aufstieg von Wattens in die Bundesliga - der Lokalrivale liegt zwei Runden vor Schluss mit zwei Punkten voran - erleichtert die Situation des Innsbrucker Traditionsvereins nicht. Zumal die Wattener Präsidentin Diana Langes-Swarovski bereits mehrfach deponiert hat, dass sie für ihren Klub in der Bundesliga eine ähnliche Unterstützung erwarte, wie sie der FC Wacker genossen hat. "Und ich kann bei Verhandlungen penetrant sein", erklärte die Klubchefin kürzlich im KURIER-Interview.

Ginge es nach Sportlandesrat Geisler, dann sollten die beiden Vereine den Doppelpass pflegen und in Zukunft gemeinsame Sache machen. "Ich habe schon vor einem Jahr mit den Verantwortlichen das Gespräch gesucht und gesagt, dass wir die Kräfte bündeln sollten. Dann wäre der Tiroler Fußball konkurrenzfähiger", so der Politiker.

Wacker-Präsident Gerhard Stocker ("wenn zwei Tiroler Vereine in der Bundesliga sind, dann verhungern beide") könnte diesem Plan noch eher was abgewinnen, als Diana Langes-Swarovski. Der Innsbrucker Vereinschef weiß zwar auch, dass in der Vergangenheit "Sachen vorgefallen sind, die es nicht einfach machen würden, eine Kooperation einzugehen. Da ist viel Porzellan zerschlagen worden", aber Stocker signalisierte stets Gesprächsbereitschaft.

Diana Langes-Swarovski will von einer Zusammenarbeit oder gar einer Fusion der beiden Klubs nichts wissen und verweist auf die Vergangenheit. "Das ist schon zwei Mal in die Hose gegangen. Dem kann ich nichts abgewinnen. Diese beiden Vereine haben total verschiedene Philosophien, Wattens und Wacker passen nicht zusammen" Die Unternehmerin sieht nun vielmehr die Chance gekommen, ihr Ziel zu erreichen, nämlich langfristig die Nummer eins im Tiroler Profifußball zu werden.

Es werde sich "heraus kristallisieren, wer der Stärkere ist", meinte Langes-Swarovski erst vor vier Wochen im KURIER-Interview. "Dann wird sich zeigen: Wer macht’s besser, wer wirtschaftet besser und wer bewegt mehr."

Sportlandesrat Geisler wird trotzdem seinen Plan von einer Zusammenarbeit zwischen Wacker und Wattens verfolgen. Aber auch er weiß: "Ich kann leider niemanden zu seinem Glück zwingen."

 

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