Roter Stern in Graz: Arnautovic kam, sah, ging – und siegte

Der ÖFB-Rekordtorschütze wurde ausgepfiffen und musste angeschlagen vom Platz. Roter Stern Belgrad siegte bei Sturm Graz etwas glücklich mit 1:0.
Harte Bandagen: Arnautovic gegen Malic

Viel war diskutiert worden. Wie brav sind die unter Bewährung stehenden berüchtigten Fans von Roter Stern Belgrad und  wie schlägt sich Sturm Graz im ersten der  beiden vielleicht entscheidenden Spiele für Trainer Jürgen Säumel

Diese Fragen waren schnell beantwortet: Die Gästefans veranstalteten zwar einen Fan-Marsch, von Unruhen in der Stadt Graz war aber bis zum Spielbeginn überhaupt nichts zu sehen (auch dank einer großen und gut organisierten Polizeipräsenz). Und Sturm zeigte viel Herz, musste sich nach einer „verlängerten Halbzeitpause“ am Ende etwas unglücklich 0:1 geschlagen geben

Am Sonntag muss bei der Wiener Austria ein Sieg her, sonst könnte es eng für Säumel werden, aber auch für Sportchef Michael Parensen

Pfiffe für Arnautovic

Doch die wichtigste Frage wurde eineinhalb Stunden vor Spielbeginn beantwortet: Marko Arnautovic stand nur zwei Wochen nach der gegen Steaua erlittenen Adduktorenverletzung als Solo-Spitze in der Startelf von Roter Stern. Die Sturm-Fans im ausverkauften Stadion erfuhren es spätestens, als Stadionsprecher Seidl die Aufstellung verkündeten und empfingen den ÖFB-Rekordtorschützen (47) mit Pfiffen. Es wird ihnen auch egal sein, dass der gebürtige Wiener erstmals seit 2006 wieder ein Bewerbspiel auf Klubebene in Österreich spielte (damals in der Wiener Liga mit dem FAC). Arnautovic  feierte damit ein Wiedersehen mit den Sturm-Verteidigern  Malic und Karic, die beim 1:1 in bosnischen Leiberl steckten. Die meiste Zeit passten aber Mitchell oder Aiwu auf ihn auf. 

Roter Stern begann vor einer eindrucksvollen, extrem lauten Kulisse druckvoll, doch die erste große Chance hatte Sturm durch Jatta, kurz darauf musste Goalie Christensen bei einem Elsnik-Schuss klären. Und Roter Sterns berühmte Nummer 89 hatte ihre erste Chance nach sieben Minuten per Kopf – Arnautovic zielte aber weit drüber. Sein 36-jähriger Kopf stand kurz darauf wieder im Mittelpunkt, dieser wurde in einer ungestümen Attacke von Malic getroffen. Der Freistoß ging drüber, Arnautovic blieb unverletzt. 

Gefährlicher war ein Kopfball von Stankovic, den Belgrads Goalie Matheus bändigte. Malone marschierte  aufs Tor, übersah aber den völlig frei stehenden Jatta. Der vergab kurz vor der Pause  selbst zwei Riesenchancen. Die Grazer waren in einem rassigen Match die gefährlichere Mannschaft. 

Arnautovic blieb nach der Pause auf der Bank, von dort lieferte er sich Scharmützel  mit Sturm-Fans. „Es war ein Fehler zu spielen, ich hatte schon bald Schmerzen“, gestand er nach dem Spiel.

Sturm nach der Pause auch nicht, die Grazer kamen völlig konfus  aus der Kabine, ein Treffer von Duarte wurde wegen Abseits aberkannt. Aber schon zwei Minuten später sorgte Mirko Ivanic per Kopf für die Führung (54.). 

Sturm erfing sich. Und nach einem schnellen Vorstoß wurde Horvat im Strafraum von den Beinen geholt – den Elfer gab es nicht, weil dem ein Foul voranging. Das erkannte der VAR nach langem Warten. "Den Elfer hätte es geben müssen, es war keine klare Fehlentscheidung, ich stand daneben", sagte Sturm-Trainer Jürgen Säumel nach dem Match. Der Sturm-Geist war nicht erloschen, man kämpfte sich nach vorne, die Serben  spielten aber den Sieg routiniert heim.

"Müssen Chancen auf diesem Niveau nützen"

"Mit der Leistung bin ich zufrieden, aber auf diesem Niveau müssen wir unsere Chancen nützen", sagt Säumel. 

Sturm hält  bei vier Punkten, nach der ersten Heimniederlage ist die Chance auf die K.o.-Phase sehr gering

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