Neu bei Rapid: Marcel Ritzmaier (re.) kommt per Leihe

© DIENER / Eva Manhart

Sport Fußball
10/05/2020

Rapid verkauft Murg und leiht England-Legionär Ritzmaier aus

PAOK Saloniki zahlt mehr als zwei Millionen Ablöse. Demir wird der "Nachfolger". Neu kommt Marcel Ritzmaier per Leihe aus Barnsley.

von Alexander Huber

Lange hat das Abblocken funktioniert, am letzten Transfertag sorgte die Kombination aus einem verbesserten Angebot, dem Wunsch des Spielers und den allgegenwärtigen Corona-Nöten dann doch noch für ein Einlenken: Rapid lässt Thomas Murg zu PAOK Saloniki ziehen. An einem Neuzugang wurde bis in den späten Abend gebastelt. Es ist Marcel Ritzmaier, der von Barnsley ausgeliehen wird.

Der frühere WAC-Spieler wurde von Trainer Gerhard Struber nach England geholt und bewährte sich im Abstiegskampf. Da Förderer Struber aber zu Red Bull New York wechseln wird, war der 27-Jährige den Lockrufen aus Wien gegenüber aufgeschlossen. Am Nachmittag traf der Steirer in Hütteldorf ein, um den nötigen Medizincheck zu absolvieren. Eine Kaufoption konnte Rapid aber nicht ausverhandeln.

Sportdirektor Barisic und Trainer Kühbauer haben sich aufgrund der Flexibilität von Ritzmaier - der wie ein verspäteter Schwab-Ersatz wirkt - für die Leihe entschieden. Im Zentrum, links im Mittelfeld, oder auch links hinten sind seine Einsatzgebiete. Da mit Max Ullmann nur ein Linksverteidiger im Kader steht, wurde schon länger nach einer Alternative für den Dauerläufer gesucht.

Ablenkungsmanöver?

Barisic bestätigte zwar in der Sky-Sendung „Talk und Tore“, dass der Rieder Marco Grüll das Anforderungsprofil erfüllt, ein konkretes Angebot wurde vor der Entscheidung für Ritzmaier laut Ried-Trainer und Sportchef Gerald Baumgartner im KURIER-Gespräch aber nicht abgegeben: "Wir haben zwei Angebote für Grüll, die wir nicht annehmen. Von Rapid ist nichts Konkretes gekommen."

Grülls Vertrag läuft mit Saisonende aus.

An Murgs Last-minute-Verkauf war indirekt auch ein Gegenspieler von der 3:0-Gala gegen den LASK beteiligt: Fenerbahce wollte Husein Balic, die Linzer blockten ab. Grünes Licht bekamen die Türken hingegen von PAOK: Kapitän Pelkas wechselt nach Istanbul.

Weil Saloniki bisher mit Ex-Rapid-Kapitän Schwab beste Erfahrungen gemacht hat, Pelkas die gleiche, große Berateragentur wie Murg hat und der Rapidler perfekt als Nachfolger ins 3-4-3 passen sollte, wurde beim Angebot nachgebessert. Bezahlt werden mehr als zwei Millionen Euro.

Vereinbarung

Dass der Hütteldorfer Top-Verdiener gegen den LASK noch eine starke Leistung abgeliefert hat, zeigt, dass die Vereinbarung mit  Didi Kühbauer von Bestand war. „Solange ein Spieler das Rapid-Trikot trägt, weiß er, was er zu tun hat: Er muss bis zum letzten Tag alles für den Verein und seine Mitspieler geben“, forderte der Trainer von allen Transferkandidaten.

Interesse an Ljubicic

So wie Taxi Fountas konnte auch noch Dejan Ljubicic gehalten werden. Bordeaux (von den Franzosen gab es bereits im Dezember 2018 ein Angebot), Frankfurt sowie Werder Bremen waren  – oder sind –  am neuen Kapitän interessiert.

Aus der Innenverteidigung gab es für Leo Greiml und Mateo Barac Angebote. Der Ex-Mattersburger David Nemeth wäre per Leihe aus Mainz als Ersatz parat gestanden. Am Montag wechselte der 19-Jährige per Leihvertrag nach Graz zu Sturm.

Einen direkten Nachfolger für Thomas Murg gibt es also nicht. Sein "Ersatz" wird hauptsächlich Yusuf Demir sein. Der 17-jährige Linksfuß hat ein ähnliches Spielerprofil wie Murg und (bisher meist) als Joker große Momente.

Auch Christoph Knasmüllner darf sich wieder mehr Chancen ausrechnen.

Am Abend präsentierte sich der Steirer Murg bereits in Saloniki mit dem schwarz-weißen Klubfarben von PAOK. Veröffentlicht wurde der Transfer von beiden Vereinen offiziell um 22.30 Uhr.

Aydin ohne Stress

Gerüchte gab es auch über einen Legionär. Denn einer der Top-Spieler der 2. Liga ist durch ein Hoppala von Austria Klagenfurt ablösefrei: Im Zuge eines letztlich gescheiterten Verkaufs nach China wurde der Vertrag mit Okan Aydin (je zwölf Tore und Assists) aufgelöst.

Berater Laurent Burkart sagt über den 26-jährigen Deutschen, der am besten im Zentrum und an der linken Flanke spielt: „Da Aydin jederzeit angemeldet werden kann, gibt es keinen Stress. Es gibt mit mehreren Bundesligisten Kontakt.“

Einer davon war Rapid –  die Entscheidung fiel aber auf die Ritzmaier-Leihe.

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