Koya Kitagawa kennt die Maskenpflicht aus Japan, blieb in Wien und erfreute Rapid-Trainer Kühbauer

© SK Rapid / Walter Luger

Sport Fußball
04/22/2020

Rapid-Trainer Kühbauer: "Solange der Ball keine Maske hat"

Nach den ersten Trainingseinheiten trotz Corona: Wie die Bundesliga-Profis den härtesten Gegner ausspielen wollen.

von Alexander Huber

Der LASK hat am Montag als Tabellenführer losgelegt. Am Dienstagvormittag starteten die ersten Verfolger Salzburg und Rapid mit dem Training. Bis zur entscheidenden Bundesliga-Konferenz am Freitag wird die gesamte Zwölferliga versucht haben, eine Rückkehr zum Fußball ohne echten Fußball zu schaffen.

Dann wird beschlossen, wann und wie genau die nach dem Grunddurchgang unterbrochene Saison mit Geisterspielen gerettet werden soll – sofern die Regierung auch noch grünes Licht gibt.

„Solang der Ball keine Maske hat, passt es“, sagt Rapid-Trainer Didi Kühbauer nach dem ersten Training mit fünf Sechsergruppen, aber ohne Zweikämpfe und mit jeweils zwei Meter Abstand: „Es ist ein Anfang, ich freue mich, dass wir uns endlich wieder sehen konnten. Und es macht auch Spaß.“

Salzburg-Verteidiger Max Wöber bezeichnet die ersten Pässe nach sechs Wochen sogar als „irrsinnig befreiend“. Der Teamspieler verleugnete nicht, dass Fitnesstraining per Videokonferenz kein Ersatz für einen echten Kicker war: „Es war richtig zach, die Motivation ist immer weniger geworden. Umso mehr Spaß hat es heute gemacht.“ Salzburg-Trainer Jesse Marsch spannte nur jeweils vier Spieler in seine Kleingruppen und meint: „Man muss jetzt kreativ sein.“

Fünf Tormänner im Einsatz

Kühbauer sind hingegen Torabschlüsse besonders wichtig: „Wichtig ist, dass wir für all unsere fünf Sechsergruppen einen Tormann stellen können.“

Stefan Schwab trainierte in einer Gruppe mit den allesamt in Wien verbliebenen Legionären Kitagawa, Barac und Stojkovic, der Kapitän meint: „Am liebsten würde ich alle umarmen, aber das Entscheidende ist, dass sich niemand ansteckt und wir diszipliniert bleiben – auch im Training.“

An- und Abreise erfolgt mit Maske im Rapid-Design, von denen der Verein bereits rund 30.000 Stück verkauft hat. „Es ist wichtig, dass wir über die Fans auch in die Gesellschaft hineinwirken und zeigen, dass eine Maske zum Alltag gehören sollte“, betont Schwab.

„Einigen wurden die Haare von der Frau geschnitten, und bei einigen wäre es besser gewesen, sie hätten die Maske gar nicht abgenommen“, scherzt Kühbauer.

Keine Corona-Tests

Der größte Unterschied von Rapid zu den Konkurrenten ist, dass die ärztliche Leitung auf Corona-Tests verzichtet. Nur wenn ein Spieler Wert darauf legt, gibt es vor der für Mai erhofften Erlaubnis von Mannschaftstraining mit Zweikämpfen einen Test.

Doppelt testen ließ hingegen die Austria vor dem Neustart am Mittwoch. Der gesamte Kader ist frei von Coronaviren, zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit dem Austria-Anhänger und Arzt Udo Zifko noch Antikörpertests durchgeführt.

Bei Sturm wurde an der Rückreise der Schlüsselspieler Juan Dominguez (Spanien) und Kiril Despodow (Bulgarien) aus ihrer Heimat nach Graz gebastelt.

Bei der Admira musste der neue Trainer Zvonimir Soldo aus Kroatien zurück in die Südstadt kommen.

In St. Pölten kommt es zu einem kuriosen Wiedersehen: Chefcoach Robert Ibertsberger hatte erst knapp vor dem Trainingsverbot Alex Schmidt ersetzt und kennt seine Spieler sechs Wochen nach seiner Bestellung nur von wenigen gemeinsamen Übungen.

16 müssen gesund sein

Am Freitag soll das große Geisterspiel-Paket in der Videokonferenz der Bundesliga verabschiedet werden, vorerst aber noch ohne fixen Termin. „Ich glaube, das wird noch um die zehn Tage brauchen bis Anfang Mai“, sagte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer.

Salzburg war laut KURIER-Informationen führend bei der Erarbeitung von Konzepten, wie es weitergehen kann. Dazu steht die Bundesliga im Austausch mit der deutschen Liga, deren Ideen bereits von zuständigen Ministern gutgeheißen wurden.

Vorgesehen wäre, dass am Vormittag des Spieltages aktuelle Testergebnisse der Kicker vorliegen müssen. Zumindest 16 nachweislich gesunde Profis (14 Feldspieler und zwei Torhüter) sollte jeder Verein pro Runde zusammenbringen.

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