Auf dem Boden: Die Austria tröstet sich mit der Jugend, Rapids Arase (re.) mit dem Europacup. Aber in der Liga sind beide Wiener Klubs ein Flop

© DIENER / Philipp Schalber/DIENER / Philipp Schalber

Analyse
10/19/2021

Rapid-Krise und VAR-Probleme: Erste Lehren aus dem Grunddurchgang

Halbzeit nach Runde 11: Erkenntnisse und Prognosen vom VAR-Kammerl, über die offene Rapid-Zukunft, bis zum späten Lohn für die Austria.

von Alexander Huber

Die erste Hälfte war ebenso spannend wie überraschend. Was wird der zweite Teil im Grunddurchgang bringen? Nach elf Runden präsentiert der KURIER drei Erkenntnisse und drei Prognosen für die Saison 2021/’22. Während es im VAR-Kammerl wie am Tabellenende unübersichtlich bleibt, zieht die Raute den Erfolg systematisch an. Die Erkenntnisse:

VAR-Probleme

Groß war die Hoffnung, umso heftiger fällt die Enttäuschung über den VAR bei Trainern, Spielern und Fans aus: Trotz der Hilfe des Videoschiedsrichters gibt es Runde für Runde höchst umstrittene bis eindeutig falsche Entscheidungen. Überraschung ist das aber keine.

Zum einen ist die Anzahl der TV-Kameras in den Stadien zu gering, um wie in den Top-Ligen wirklich jedes Detail auflösen zu können. Zum anderen gibt es weder Erfahrungswerte, noch eine übergeordnete Instanz: Schiedsrichter, die davor auf dem Rasen nach ihrem Ermessen entschieden haben, tun das jetzt ebenso nach eigenem Gutdünken im VAR-Kammerl. Ihre (menschlichen) Fehler werden Österreichs Fußball weiter begleiten.

Kein Absteiger in Sicht

Nur sechs Punkte trennen das Schlusslicht aus Tirol vom dritten Platz. Die Auftritte der WSG lassen auch nicht auf einen logischen Absteiger schließen. Es haben zwar einige „Große“ Probleme (Rapid, Austria uns LASK finden sich auf den Rängen 8 bis 10), aber keines der zwölf Teams liegt bei den Leistungen regelmäßig hinter jener der Konkurrenz.

Während also ein spannender Abstiegskampf garantiert scheint, zieht Salzburg an der Spitze mit acht Punkten Vorsprung einsame Runden.

Die Erfolgsraute

Leicht zu spielen ist sie nicht, das musste auch schon Christian Ilzer erleben: Bei der Austria scheiterte der Erfolgstrainer von Sturm daran, alle vom 4-4-2 mit Mittelfeldraute zu überzeugen. In Graz stimmen sowohl das Personal als auch die Überzeugung der Spieler, um dieses laufintensive System umzusetzen.

In Salzburg wurde das relativ simple 4-4-2 von Marsch unter Nachfolger Jaissle um die Raute bereichert – und die Dominanz wurde noch größer. Seit der neue WAC-Coach Dutt zur Raute aus erfolgreichen Zeiten zurückgekehrt ist, läuft es auch in Wolfsberg wieder. Rang drei ist der Lohn.

Drei Prognosen

In Wien ist alles offen, während Salzburgs Solo eine Garantie hat:

Ewige Dominanz

Heuer muss es doch zumindest einmal spannend werden. Daka, Mwepu, Ramalho, Berisha weg und der unerfahrene Trainer ist jünger als seine Routiniers auf dem Rasen – da wird doch ... Sicher nicht!

Spätestens in dieser Saison zeigt sich, dass Salzburg unabhängig von Transfers in einer eigenen Liga spielt. An der Dominanz wird sich auch nichts mehr ändern. Die Nachfolger für die neuen Stars stehen schon parat. So wie der mit 17 um vier Millionen (vorerst für Liefering) gekaufte Stürmer Simic aus Kroatien.

Profit für die Austria

Viele Jahre lang galt der Austria-Nachwuchs als der Beste in Österreich. In der Kampfmannschaft war davon aber wenig zu sehen. Selten schafften es Talente in die Startelf, und wenn doch, spielten sie sich (wie etwa Fitz) wieder raus. Heuer ist alles anders: Manfred Schmid forciert die Jugend ohne Rücksicht auf Verluste: El Sheiwi (17 Jahre), Huskovic, Ohio, Ivkic (alle 18) und Braunöder (19) liefen unter dem neuen Trainer bereits ein.

Spätestens kommende Saison wird die Austria davon profitieren. Außer ein (derzeit gesuchter) neuer Investor bildet sich ein, dass es ohne Schmids Jugendstil besser gehen würde.

Offene Rapid-Zukunft

Es fehlt nicht viel: Mit einem auf dem Servierteller liegenden Sieg in Klagenfurt wäre Rapid auf Platz vier. Allerdings zeigte der Selbstfaller zum 1:1 auch, dass diese Saison bei den Wienern einiges nicht stimmt. Nur die (bessere) Tordifferenz trennt die Grünen vom schlechtesten Saisonstart der eigenen Geschichte. Das war 2018/’19, danach wurden  die Top-6 verpasst. Da die Mannschaft in allen drei Bewerben (noch) im Rennen und nach innen intakt ist, kann die Wende in ruhigere Gewässer gelingen.

Aber wie immer bei Rapid gilt: Wenn der Erfolg zu lange fehlt, entlädt sich der Frust und dann würde  kein Stein auf dem anderen bleiben. 

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